Mölln – Rund 60 begeisterte Besucherinnen und Besucher lauschten den Klavierklängen von Jakob Büschking am 25. September im Stadthauptmannshof in Mölln. Extra aus Hamburg angereist war ein sehr junger Gast: Der 13-jährige, selbst leidenschaftlicher Klavierspieler, folgte aufmerksam den sehr gefühlvoll gespielten Stücken, denn der Jungpianist Jakob Büschking gab ein Klavierkonzert vom Feinsten. Bach, Ligeti, Chopin und Schubert standen auf dem Programm.
Jakob Büschking ist in Ratzeburg aufgewachsen und erhielt unter anderem Klavierunterricht von Prof. Josef Anton Scherrer, einer der Initiatoren der Akademiekonzerte vor mehr als drei Jahren.
Das neunte Akademiekonzerte der Stiftung Herzogtum Lauenburg war ein voller Erfolg und das bestätigte auch eine Zuhörerin nach dem letzten Stück: „Solche Konzerte müssen Sie öfter anbieten!“.
Viel Beifall und Rosen nach dem Konzert – Jakob Büschking war sichtlich gerührt. Fotos: Barbara Kliesch
Herbstausstellung der Stiftung Herzogtum Lauenburg unter dem Titel „Natur – was nun?“ eröffnet.
Mölln – Eine wahrlich gigantische Narzisse begrüßt die Besucherinnen und Besucher im Foyer des Herrenhauses und scheint freundlich mit dem riesigen Blütenkelch zu nicken, während ein Käferchen am Stiel der vier Meter hohen Pflanze entlang krabbelt. Mehr Natur geht kaum und genau das ist das Ziel der Kuratorin der Herbstausstellung, Antje Ladiges-Specht. Bereits im 12. Jahr hat die Künstlerin aus Klein Zecher für die Stiftung Herzogtum Lauenburg im Herrenhaus des Stadthauptmannshofes eine Ausstellung zusammengestellt, in der verschiedene Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis mit Worten, Skulpturen, Plastiken und Mixed-Media-Objekten oder beispielsweise Gemälden ihre Wahrnehmung der Natur und der Zerstörung der Umwelt oder die lauernden Gefahren auf ganz eigene Art exponieren.
(v.li.) Hilli Mann, Olga B. Runschke, Yanxi Ding und Florentine Kunze-Wolff präsentieren ebenso wie Meinhard Füllner ihre Werke. Kuratiert wurde die Ausstellung von Antje Ladiges-Specht (2.v.re.)
Besucherinnen und Besucher werden durch die Kunstwerke konfrontiert, das eigene Verhalten wird hinterfragt. Ein Abwarten, das Aussitzen und Passivität – die Einstellung, irgendjemand würde sicher etwas gegen die am Horizont aufziehende Gefahr unternehmen – genau diese Herangehensweise ist es, die dem Klimawandel und der rasanten Veränderung der Natur Raum verschafft. Ob ein prachtvolles Tulpenfeld, das aus der „verbrannten Erde“ zu sprießen scheint, während Grashüpfer darauf warten, sich am satten Grün gütlich zu tun, nachdenklich stimmende und bedrückende Grafiken und Zeichnungen von A. Paul Weber, die als Leihgabe aus dem A. Paul Weber Museum in Ratzeburg im Erdgeschoss zu sehen sind oder beispielsweise ein Gedicht von Filo Gröbel, in dem die Nachhaltigkeit – oder das, was wir darunter verstehen – ins Visier genommen wird, sind nur Beispiele der künstlerischen Auseinandersetzung mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit: Der gefährdeten Natur.
Die Ausstellung, in der neben A. Paul Weber Florentine Kunze-Wolff, Meinhard Füllner, Filo Gröbel und Hilli Mann sowie Olga B. Runschke und Yanxi Ding beteiligt sind, konnte im Rahmen der Vernissage bereits zahlreiche Besucherinnen und Besucher begeistern. Noch bis zum 25. Oktober ist die Ausstellung in der Hauptstraße 150 in Mölln samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr sowie während der Kulturnacht am 2. Oktober von 18 bis 23 Uhr zu sehen.
Mölln/Einhaus – Das Sprichwort “An apple a day keeps the doctor away” stammt aus einer walisischen Publikation zur Volksgesundheit im 19. Jahrhundert. Passend dazu ein Fun-Fact: Was erst einmal kurios klingt, findet tatsächlich immer am dritten Samstag im September statt – der „Internationale Iss-einen-Apfel-Tag“, an dem der Beginn der herbstlichen Apfelernte gefeiert wird. Und das taten circa 100 Personen, die der Einladung der Stiftung Herzogtum Lauenburg gefolgt waren: Von Frucht-Freunden und Apfel-Fans langersehnt, fand am dritten Samstag des Septembers der beliebte Apfeltag auf der Streuobstwiese der Stiftung Herzogtum Lauenburg in Einhaus statt.
Endlich war die Reifung der leckeren, knackigen Früchte so weit fortgeschritten, dass mit langstieligen Apfelpflücker, „Hackenporsche“ und Obstkisten „ausgerückt“ werden durfte, um die circa zwei Hektar große Fläche zu erkunden und zu schauen, welche der 700 Obstbäume mit 56 Apfelsorten oder beispielsweise Birnen, Pflaumen und Quitten zum Pflücken freigegeben waren. Doch bevor das emsige Sammeln begann und Sätze wie „Wo sind denn nun die Birnen?“, „Ich bin wegen der Mirabellen hier – hat die jemand gesehen?“ oder „Schade, der Feuerapfel ist noch nicht reif“ zu hören waren, überbrachten Rüdiger Behrend und Karla Ackmann-Haensch, Mitglieder des Vorstandes von Weltladen Esperanza Ratzeburg e.V., eine großzügige Spende, die Barbara Kliesch, Vizepräsidentin der Stiftung, voller Freude entgegennahm.
Die Aktion öko-faire Kaffee-Radeltour ist eine jährliche Aktion des gemeinnützigen Vereins WissenLeben e.V.. Dieser hatte dem Weltladen Esperanza 10 Kilo Kaffee geschenkt, damit der Kaffee gegen Spende weitergeben werden konnte. Den Empfänger der Spende konnte der Weltladen selbst festlegen und so ging in diesem Jahr die Spende in Höhe von 342 Euro an die Mitarbeiter der Streuobstwiese, die bereits eine Idee für die Verwendung haben:
„Diese 3-Holm-Obstbaumleiter aus Aluminium wäre für unsere Arbeit an den Kronen perfekt!“, so Rainer Laatz, ehrenamtlicher Mitarbeiter auf der Streuobstwiese. Und Karla Ackmann-Haensch freut sich, dass die Summe noch ein wenig aufgestockt werden kann: „Drei Pfund Kaffee haben wir noch – die Spendensumme wird also schlussendlich noch ein bisschen höher!“ Weitere Informationen zu der Spenden-Aktion finden Interessierte auch unter https://www.wissenleben.de/2026/08/18/auf-geht-s-zur-6-%C3%B6ko-fairen-kaffee-radtour/
Übrigens: Die Streuobstwiese in Einhaus benötigt natürlich auch Pflege und die Stiftung Herzogtum Lauenburg sucht deshalb Helferinnen und Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren und hier unterstützen möchten. Melden Sie sich gerne unter 04542-87000 oder per Mail an info@stiftung-herzogtum.de – wir freuen uns auf Sie!
Duvensee – Gut 50 Besucher verfolgten den informativen Vortrag von Prof. Christoph Külls zur Hydrologie der Gewässer im Herzogtum Lauenburg. Sie Stiftung Herzogtum Lauenburg hatte in Kooperation mit dem Duvenseer Moorverein in die Duvenseer Schmiede eingeladen. Nach einer sehr umfangreichen Situationsanalyse zur Veränderung des Wasserhaushaltes, der Untersuchung des Grundwassers und der Seen sowie einer Betrachtung der Moore im Kreis folgte das Fazit: Der Klimawandel verändert bereits den Wasserhaushalt und das sollte gut beobachtet und erfasst werden. Die Wasserwirtschaft muss durch kontrollierte Grundwasserentnahmen, intelligente Gewässerbewirtschaftung sowie anderer ökohydrologischer Maßnahmen angepasst werden. Da das Grundwasser mit den Gewässern verbunden ist, wirken sich Änderungen in der Grundwasserbilanz indirekt auf Ökosysteme aus – Prof. Külls rät, unbedingt Maßnahmen zum Erhalt der Ökosysteme durchzuführen. Nach dem Vortrag gab es aus dem Publikum noch viele Fragen und Anregungen die zeigen: wir müssen handeln!
Der 1. Vorsitzende des Duvenseer Moorvereins, Gerd Vogler, die Vizepräsidentin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Barbara Kliesch, Vortragsredner Prof. Christoph Külls und Dr. Christel Happach-Kasan. Fotos: Kliesch
Mölln – Rund 70 Gäste ließen sich am 12. September von der alpenländisch inspirierten Musik des Maxjoseph Quartetts im Möllner Stadthauptmannshof verzaubern. Die vier jungen Musiker aus dem Süden der Republik brachten Walzerklänge in neuem Gewand, eine fetzige Mischung aus Volksmusik aber vor allem moderne Klänge in den Norden. Mit launigen Geschichten und selbstgeschriebenem Gedicht wurden die Werke eingebettet und dem aufmerksam lauschenden Publikum nahegebracht. Im Rahmen von „Share my music“ spielte Maxjoseph auch in der Grundschule in Breitenfelde zwei Konzerte für die dritten und die vierten Klassen. Dabei ließen sie die Kinder an ihrer Musik teilhaben, indem sie zum Mitdenken und Mitmachen aufforderten und die Eigenheit der Instrumente vorstellten. Die vier engagierten Musiker komponieren ihre Musik durchgehend selbst. Georg Unterholzer, Gitarre, Florian Mayrhofer, Tuba, Nathanael Turban, Geige und Andreas Winkler war die Spielfreude anzusehen und sie nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise – nicht nur in die Alpenregion. Beschwingt und mit guter Laune verließen alle nach zwei Zugaben und gut zwei Stunden das Konzert. Foto: Barbara Kliesch
Mölln – Die Reihe der Akademiekonzerte der Stiftung Herzogtum Lauenburg wird am Freitag, 25. September um 19.30 Uhr mit dem Pianisten Jakob Büschking fortgesetzt. Das Konzert findet im Stadthauptmannshof an der Hauptstraße 150 in Mölln statt (barrierefreier Zugang). Das Publikum erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von J.S. Bach, Ligeti, Chopin und Schubert.
Beschränkung und Befreiung: Dieser Gegensatz hat Komponisten zu ganz unterschiedlicher Musik inspiriert. Im Laufe des Konzerts wird erkundet, wie verschieden das klingen kann: vom Brechen bis zur Selbstauferlegung von Kompositionsregeln, von Verzweiflung und leidenschaftlichem Aufbegehren bis hin zur Erlösung.
Jakob Büschking ist in Ratzeburg aufgewachsen und erhielt Klavierunterricht u.a. bei Prof. Josef Anton Scherrer. Weitere Anregungen bekam er in Meisterkursen u.a. bei Prof. Manfred Aust und Elisabeth Leonskaja. Seit dem Wintersemester 2023/24 studiert er an der Hochschule für Musik Freiburg, seit dem Wintersemester 2024/25 zusätzlich im Nebenfach Musiktheorie.
In den Akademiekonzerten werden Solo-Konzerte oder Konzerte in kleiner Besetzung konzipiert, mit denen dem Publikum die Vielfalt klassischer Musik nähergebracht werden soll.
Herbstausstellung in der Stiftung Herzogtum Lauenburg
Mölln – In der Herbstausstellung der Stiftung Herzogtum Lauenburg werden Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kreisgebiet gezeigt, die sich dem Einfluss des Menschen auf die Natur widmen. Die Vernissage findet am Sonntag, 20. September um 11.30 Uhr im Stadthauptmannshof an der Hauptstraße 150 in Mölln statt (der Zugang ist barrierefrei). Meinhard Füllner (Kreispräsident a.D.) führt in die Ausstellung ein. Für die musikalische Umrahmung sorgen Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule. Sie sind Preisträgerinnen und Preisträger des Musikschulwettbewerbs. Die von Antje Ladiges-Specht kuratierte Ausstellung läuft bis einschließlich 25. Oktober und ist samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr sowie während der Kulturnacht am 2. Oktober in der Zeit von 18 bis 23 Uhr geöffnet.
Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern:
In ihren großformatigen Tierporträts arbeitet Florentine Kunze-Wolff aus Kollow fotorealistisch und mit gestochen scharfem Blick für Anatomie und Fellstruktur. Eine künstlerische Antwort auf die Frage, wie wir dem Tier heute begegnen.
Unter anderem mit großen realistischen und abstrakten Blumen-Installationen will Meinhard Füllner aus Pogeez einen Anreiz zur Diskussion über Natur-Kunst und menschengemachte Kunst geben.
Hilli Mann aus Groß Boden befasst sich mit Papierreliefarbeiten und verwendet dafür das japanische Washi-Papier. Die Farben mischt sie selbst an. Ihre Themen fokussieren sich immer mehr auf Umwelt und Natur.
Olga B. Runschke (Hamburg/Sirksfelde) konzentriert sich auf Zeichnungen in verschiedenen Techniken, auf transparenten Papieren, oft auf langen Bahnen oder auf kleineren Flächen. Die Motive sind Pflanzenteile, Bruchstücke, Strukturen, dazu auch kleine Lebewesen.
Mit ihren Bildern möchte die Nachwuchskünstlerin Yanxi Ding aus Geesthacht die Krise illustrieren, die beim Betrachten dieser vermeintlich schönen Natur allzu leicht vergessen wird.
Lange vor der Umweltbewegung der 1980er Jahre hat A. Paul Weber (1893-1980) in seinem zeichnerischen und lithografischen Werk oft satirisch vor der Vernichtung der Umwelt gewarnt. A. Paul Weber (1893-1980), Meister der satirischen Grafik, lebte bis zu seinem Tod im beschaulichen Groß-Schretstaken. Hier entwickelte er das Spektrum seiner Bilder weiter, erfasste menschliche Schwächen und Laster mit kritischem Blick in Darstellungen, die von grausig-grotesk bis ironisch und humorvoll reichten. Und während der Betrachtende eigene Erfahrungen erkennt und lachen möchte, schluckt dieser oftmals dieses Gefühl hinunter, erschrickt er doch bei dem nicht tadellosen Verhalten unserer Mitmenschen, das sich detailreich und mit spitzer Feder exakt abzeichnet. Unbequem, voller feiner Spitzen gegenüber menschlichem Tun, teils in in die große Welt der Tiere transferiert, erschreckend und klar – Weber gelang es wahrlich meisterhaft, seine Sicht in zeitlosen Grafiken darzustellen. Die hier gezeigten Bilder sind Leihgabe des A. Paul-Weber-Museums in Ratzeburg. Wir danken für die Überlassung für den Zeitraum der Ausstellung.
Das A. Paul-Weber-Museum befindet sich am Domhof 5 in Ratzeburg. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Homepage www.apaulwebermuseum.de
Ratzeburg/Einhaus – Die Stiftung Herzogtum Lauenburg und ihre Kooperationspartner – die Stadt Ratzeburg, die Gemeinde Einhaus und die vielen Baumpatinnen und Baumpaten – laden am 19. September in der Zeit von 14.30 bis 16.30 Uhr zum Besuch der Streuobstwiese im Ortsteil Stüvkamp/Einhaus (Zuwegung über die Straße Hoffberg) ein. Beim Apfeltag können sich Kenner und Informationssuchende im Schatten von rund 700 Obstbäumen austauschen und selbstverständlich bis zum „Stopp“ durch einen Mitarbeiter die Obstvorräte auffüllen, in mitgebrachten Taschen, Eimern oder Körbchen sammeln – oder gleich vor Ort genießen. Eintritt und das Obst sind kostenlos, aber natürlich freuen sich die Ehrenamtlichen über eine kleine Spende. Auf den Anlagen und dem Redder wachsen 56 verschiedene Apfelsorten. Kennenlernen kann man beispielsweise Birnen, Kirschen, Quitten, hunderte Gehölze von ganz alten bis sehr jungen Pflaumen-, Kirschpflaumen- und Schlehensippen sowie Pfirsich, Kornelkirsche, Fliederbeere, Deutsche Mispel und Esskastanie.
Rund um die Streuobstwiese in Ratzeburg gibt es im Laufe des Gartenjahres viel zu tun. Dafür sucht die Stiftung Herzogtum Lauenburg ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die nicht nur an besonderen Terminen wie beim Apfeltag, sondern regelmäßig bei der Pflege der Streuobstwiese unterstützen möchten. Wer Interesse hat und mitmachen möchte, kann sich direkt bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg persönlich in der Hauptstraße 150, Mölln oder per Mail an info@stiftung-herzogtum.de sowie telefonisch unter 04542 – 8 70 00 melden.
65 gut gelaunte Gäste genossen im Stadthauptmannshof isländisch inspirierten Jazz
Mölln – Auch wenn die isländische Sängerin Hlín Pétursdóttir leider krankheitsbedingt ausfiel, konnte das Iris Kramer Quartett mit Mischa Schumann am Piano, Andris Meinig am Kontrabass sowie Anne Diedrichsen an den Drums im Möllner Stadthauptmannshof die Leichtigkeit Islands in die Eulenspiegelstadt bringen. Iris Kramer überzeugte dabei harmonisch zu den Mitstreitern durch ihr Spiel der Trompete und des Akkordeons. Gut zweieinhalb Stunden lang flirrten Melodien und Lieder, die von Blaubeeren bis hin zu Nordlichtern handelten, durch die alten Räume. In den meist selbst komponierten Stücken enthalten waren die Eckpunkte und Wegmarken Iris Kramers Leben, die durch kurzweilige Informationen über das Dasein auf Island, das unter anderem durch die große Anzahl von dort beheimateten kinderlieben Musikerinnen beeindruckt, ergänzt wurden – Musik, die das Publikum mitnimmt und von Geschichten erzählt: von wahren ebenso wie von erfundenen. Island ist dabei weit mehr als Inspirationsquelle: Seit dem Jahr 2000 ist die Insel die zweite Heimat von Iris Kramer, die dort im hohen Norden gelebt, gearbeitet und musiziert hat. Diese Erfahrung prägt die Musik des Quartetts – in Klang, Stimmung und Kompositionen. Zwei Zugaben begeisterten die Zuhörer, die den zeitgenössischen, emotionalen Jazz mit all seinen Klangfarben und klarer nordischer Prägung genossen hatten. Foto: Barbara Kliesch
Mölln – Marie Nehls absolvierte bis Ende August ihr „Freiwilliges Kulturelles Jahr“ (kurz FKJ) in der in Mölln ansässigen Stiftung Herzogtum Lauenburg. Ein Jahr voller neuer Eindrücke und jeder Menge Arbeit im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und ein Jahr voller Engagement für das im FKJ anstehende eigene Projekt: Die 19-jährige Pantenerin hat über viele Monate aus eben diesem, einem ursprünglich kleinen FKJ-Projekt, etwas Großartiges und vielleicht im Bereich FKJ Einzigartiges erschaffen: ihr eigenes Buch. Am 22. August folgten über 80 junge sowie ältere Gäste der Einladung zur Buchvorstellung. Das Ziel, Jung und Alt zusammen zu bringen und die Geschichten aus insgesamt zehn Dörfern neu zu beleben, war erreicht, denn die Generationen zum Austausch zu bewegen, Geschichten ‚op n Dörpn‘ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und die Dörfer bekannt zu machen, gelingt mit „Mein Dorf & seine Geschichte“ hervorragend. „Ich möchte, dass man sich auf dem Dorf wieder mit Namen begrüßt, die berühmte Tasse Kaffee über den Gartenzaun oder Dorffeste wieder mit dem Dorfleben verbindet. Das und die Gespräche – genau das ist es doch, was das Leben auf dem Dorf ausmacht!“ Möglich sei dies aber nur, so Marie Nehls, wenn alte Geschichten und neue Erfahrungen aufeinandertreffen und die Menschen sich wieder näherkommen würden. Sie hat alte Erzählungen und Fotos dem heutigen Leben auf dem Dorf gegenübergestellt und dabei, so Nehls, nur zehn Dörfer „geschafft“. Akribische Recherche im Kreisarchiv, Gespräche aufzeichnen – die junge, engagierte Menschen mit Alteingesessenen geführt haben, Fotos und Tafeln für die Gemeinden erstellen und dann noch die Grafik der Seiten – Marie Nehls hinterlässt mit diesem Engagement große Fußspuren in der Stiftung und konnte doch alle im Laufe der Monate gewachsenen Aufgaben bewältigt werden. „Maries Projekt hat uns sehr imponiert und begeistert. Unglaublich auch, wie viele Menschen heute hier sind und sich für das Thema interessieren, das Marie so toll umgesetzt hat!“, äußert sich Vizepräsidentin Barbara Kliesch angetan in ihrer Begrüßung der Gäste. Und auch Geschäftsführer Stefan Büngens ist sich sicher, dass das Thema des Buches und das dafür benötigte Zusammenspiel der Generationen den Nerv der Zeit treffen.
„Auf die Frage ‚Woher kommst du?‘ und meine Antwort ‚aus Panten‘ kommt meistens die Reaktion ‚Wo ist das denn?‘ oder ‚Und was gibt’s da?‘“, so Marie Nehls im Rahmen der Veranstaltung. Und genau dies habe sie dazu angeregt, genauer zu recherchieren – über den eigenen Wohnort und dessen Geschichten. Und genau hier festigte sich der Gedanke zur Projektarbeit. „Dorfgeschichte lebt nur weiter, wenn man sich miteinander austauscht – und genau das wünsche ich mir! Von Ihnen, die heute hier sind und von allen, die das Glück haben, in einem Dorf zu leben!“ Zumindest an diesem Nachmittag ging der Wunsch in Erfüllung, denn gemeinsam sprachen die Anwesenden über das Buch und die Geschichten von den Dörfern, über eigene Erlebnisse und Erfahrungen oder Wünsche für das gemeinsame Dorfleben. Beeindruckt zeigten sich auch die anwesenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die der Einladung gefolgt waren und voller Stolz die Ortstafeln entgegennahmen, die Marie für diesen Anlass erstellt hatte.
Das Buch ist nun bei Epubli sowie bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg erhältlich.
Mölln – Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Naturschutzverbänden wie NABU, des Zweckverbands Schaalsee oder des BUND, von Bürgerinitiativen oder aus Politik und Gemeinden nutzten am 17. August die Möglichkeit, mit den Staatssekretären Joschka Knuth (Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur) sowie Dr. Sönke Schulz (Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport) zum Thema „Windkraft im Naturpark Lauenburgische Seen?“ ins Gespräch zu kommen. Vizepräsidentin Barbara Kliesch begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Nachdrücklich wies Barbara Kliesch darauf hin, dass sich die Stiftung als Vermittler ohne politischen Hintergrund sehe. Auch Präsident Klaus Schlie betonte, dass die Satzung der Stiftung den Schutz und die Pflege der lauenburgischen Natur festschreiben würde und man durch eigene Flächen die Wechselwirkungen und Eingriffe in unserer Landschaft, in Flora und Fauna mit Sorge betrachte. Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung, machte durch teils erschütternde Fotos noch einmal deutlich, welche Auswirkungen die geplanten 240 bis 260 Meter hohen Windkraftanlagen für den heimischen Seeadler, für Rot-Milane sowie Kraniche haben können. Er wies darauf hin, dass die Abschaltregelung der Windräder ein Austrudeln der Rotorblätter herbeiführen würde, diese jedoch zu langsam reagieren würden und somit den Seeadler keineswegs schützen könne.
Staatssekretär Joschka Knuth führte nach der Begrüßung der Gäste ins Thema ein und erläuterte die Vorgaben durch den Bund: Das Bundes-2-Prozent-Flächenziel nach dem Windflächenbedarfsgesetz (WindBG) verlangt von Schleswig-Holstein die Ausweisung von Windflächen. Das Land muss den Anteil auf rund drei Prozent der Landesfläche anheben, um die regionale Energiewende und den Ausbau der Landesplanung in Schleswig-Holstein umzusetzen. Dr. Sönke Schulz warb für Verständnis für die politische Zielleistung und die bundesrechtlichen Rahmen sowie den Regionalrahmen. Die Ermittlung der Vorrangflächen und Planungsflächen sei ein langer fachlicher Abstimmungsprozess gewesen und schlussendlich seien nur 1,2 Prozent im Naturpark Lauenburgische Seen als Vorrangfläche eingeplant. Die im Rahmen des Fachgesprächs vorgebrachten Fragen und Einwände der Naturschutzverbände oder beispielsweise von Bürgermeisterinnen oder Bürgermeistern zu vorhandenen Vogelfluglinien, zu Mooren, Brüchen oder der Biodiversität im Herzen des Naturparks würde man sehr ernst nehmen, allerdings seien die rechtlichen Rahmenbedingungen zwingend einzuhalten, da sonst die Zielsetzung nicht erreichbar sei. Die Differenzierung zwischen belasteten oder unbelasteten Regionen würden Spielräume möglich machen – diese müssten jedoch überall gleich eingeräumt werden – und der Naturpark sei kein Naturschutzgebiet, eine ausgewogene Planung sei daher sachlich und fachlich vereinbar. Auch die unterschiedlichen Abwägungs-Kriterien wie letzte Untersuchungen, Schutzgebiete, anlassbezogene Untersuchungen oder kommunale Daten müssten bei der Festlegung von Vorrangflächen hinzugezogen und berücksichtigt werden, so Joschka Knuth. Beide Staatssekretäre wiesen darauf hin, dass jede Phase der Beteiligung dafür diene, gegebenenfalls Prüfungen durchzuführen. Gerade jetzt sei es wichtig, aktuelle vorliegende Daten gerne einzureichen, die dann selbstverständlich geprüft werden würden. Allerdings seien nur noch Änderungen zu den geänderten Teilen des Entwurfs des 1. Beteiligungsverfahrens möglich, so die Politiker – Unterlagen müssten für das 2. Beteiligungsverfahren bis spätestens 26. August eingereicht werden.
Erschütternde Fakten: Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung Herzogtum Lauenburg präsentiert den Anwesenden die Schwingen von zwei durch Rotorblättern erschlagenen Seeadlern. Foto: Stefan Büngens
(v.l.) Staatssekretär Dr. Sönke Schulz, Stiftungs-Vizepräsidentin Barbara Kliesch und Staatssekretär Joschka Knuth konnten gemeinsam mit zahlreichen Gästen die Fachbeiträge verschiedener Naturschutzorganisationen und der Bürgerinitiative „Naturpark statt Windpark“, Wilhelm Körner, Bettina Best und Martin Jeske, hören. Foto: Sabine Riege
möchte Literatur in der Region gemeinsam gestalten
Mölln – Die Stiftung Herzogtum Lauenburg hat einen neuen Literaturbeirat ins Leben gerufen. Das ehrenamtliche Gremium möchte frische Ideen entwickeln, neue Veranstaltungsformate auf den Weg bringen und Literatur in der Region noch sichtbarer und erlebbarer machen. Den Anstoß gab ein öffentlicher Aufruf der Stiftung im März. Gesucht wurden Menschen, die Lust haben, das kulturelle und insbesondere das literarische Angebot im Herzogtum Lauenburg aktiv mitzugestalten. Aus ersten Begegnungen wurden regelmäßige Treffen, aus vielen Ideen entstanden gemeinsame Ziele und schließlich der neue Literaturbeirat.
Dem Beirat gehören Annika Behrens, Agnes Bethke, Kerstin Blume, Kathrin Engelbrecht, Ann-Kathrin Karschnick, Detlef Romey, Tim Tensfeld und Sina Worm an. Die Mitglieder bringen unterschiedliche berufliche, kulturelle und persönliche Perspektiven mit. Gemeinsam möchten sie Menschen für Literatur begeistern, neue Zugänge schaffen und verschiedene Generationen miteinander ins Gespräch bringen.
Das erste Projekt ist bereits in Planung: Am 14. November findet die Veranstaltung „Begegnung mit Literatur“ statt. Dafür sucht der Literaturbeirat Texte, die bis zum 15. Oktober eingereicht werden können. Weitere Informationen zum Programm, zur Einreichung und zur Teilnahme werden in Kürze veröffentlicht. „Wir möchten Literatur nicht nur präsentieren, sondern gemeinsam mit den Menschen aus der Region gestalten. Der neue Beirat soll Raum für unterschiedliche Stimmen, Ideen und Begegnungen schaffen“, sagt Annika Behrens, Sprecherin für den Literaturbeirat. Auch über die erste Veranstaltung hinaus hat der Literaturbeirat viel vor. Geplant sind Formate, die literarisch interessierte Menschen miteinander vernetzen, neue Stimmen sichtbar machen und die Vielfalt der Region aufgreifen. Literatur soll dabei nicht nur auf der Bühne stattfinden, sondern zum Austausch einladen und Menschen zusammenbringen.
Das Programm des 2. Halbjahres der Stiftung Herzogtum Lauenburg ist da!
Mölln – Mit 20 Veranstaltungen aus den vielfältigen Bereichen der Stiftung Herzogtum Lauenburg und zusätzlichen „Kultur auf Dorf-Tour“-Events startet die Stiftung nach dem KulturSommer am Kanal in den Rest des Jahres. „Wir freuen uns immer wieder über das breite Angebot, das wir den Besuchern unserer Veranstaltungen bieten können“, berichtet der Präsident der Stiftung Klaus Schlie. „Dabei möchte ich betonen, dass unser Programm ohne die zahlreichen Kooperationspartner im Kreis ganz anders aussehen würde.“ So findet die International Guitar Night, die bereits öfter in Mölln für ein volles Haus gesorgt hat, diesmal als gemeinsame Veranstaltung mit der Stadt Lauenburg in Lauenburg statt (20. November).
Aber auch wiederkehrende, erfolgreiche Höhepunkte befinden sich im Angebot: Die Akademiekonzerte werden mit einem Klavierabend fortgesetzt. Der aus Ratzeburg stammende und an der Hochschule für Musik Freiburg studierende Jakob Büschking spielt am 25. September in Mölln Werke von Bach, Ligeti, Chopin und Schubert. Die Vorbereitungen für die Herbstausstellung sind in vollem Gange. Antje Ladiges-Specht kuratiert die Ausstellung unter dem Motto „Natur – was nun?“. Wir können auf eine besondere Zusammenstellung von Künstlerinnen und Künstlern gespannt sein. Kunstinteressierte besuchen am besten die Vernissage am 20. September in Mölln. Einen Poetry Slam unter der bewährten Moderation von Björn Högsdal können alle, die sich für diese Mischung aus Performance und Literatur begeistern, am 17. Oktober in Geesthacht erleben.
In diesem Jahr wird wieder der Kulturpreis der Stiftung verliehen. Ob es sich um eine Einzelperson, eine Gruppe oder eine Institution handelt, wird im November bekannt gegeben. Der Stiftung geht es darum, besondere Verdienste im kulturellen Bereich im Lauenburgischen auszuzeichnen und das vielfältige Kulturleben in unserer Region hervorzuheben. Die Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur bietet zahlreiche Vorträge an: So wird beispielswiese die Leiterin der Kreismuseen Dr. Anke Mührenberg am 17. November anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Kreises über Ereignisse während dieses Zeitraums berichten. Der Lübecker Hydrologe Prof. Christoph Külls gibt am 17. September einen Einblick in den Wasserkreislauf im Kreisgebiet und die gegenwärtigen Veränderungen. „Auf unserer Streuobstwiese in Einhaus wird es wieder einen Apfeltag geben“, fügt die Vizepräsidentin der Stiftung Barbara Kliesch hinzu. „Die Erhaltung alter Obstsorten ist uns ein besonders Anliegen. Einen Termin werden wir kurzfristig bekannt geben, da der Zeitpunkt der Erntereife noch nicht feststeht.“
Nähere Informationen erhalten Interessierte bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg oder im Halbjahresprogramm, das ab Mitte August in den Filialen der Kreissparkasse sowie in verschiedenen öffentlichen Stellen im Kreis erhältlich ist. Selbstverständlich steht das Programm auch digital zur Verfügung. Unter www.stiftung-herzogtum.de finden sich auch Ergänzungen oder Änderungen. Ein besonderer Dank gilt dem Premiumsponsor, der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, ohne die die Stiftung dieses kreisweite Angebot nicht unterbreiten könnte. Die Stiftung freut sich auf zahlreiches Erscheinen bei den Veranstaltungen und hofft auf viele begeisterte Zuschauer und Besucher!
Vier Wochen KulturSommer am Kanal enden mit Gesang, Musik und vielen anderen Darbietungen
Mölln – An einem strahlend sonnigen und warmen 20. Juni startete der KulturSommer am Kanal in Siebeneichen. Vielfältig, abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut ist jedoch nicht nur der KuSo: Sonne, Hitze, Regen und Hagel hielt das Wetter bereit, was insbesondere am letzten Juni Wochenende die Organisatoren und fleißigen Helfer hinter den Kulissen des Kulturfestivals der Stiftung Herzogtum Lauenburg in Atem hielt. Eine Woche nach Beginn mussten hitzebedingt Veranstaltungen abgesagt werden. Ausgerechnet zwei Veranstaltungen, die sich im weitesten Sinne um das Thema Wasser drehen sollten – Schalk und Shanty auf dem Möllner Schulsee und die Narrentaufe der Eulenspiegelgilde – fielen der Hitze zum Opfer. Es war eine weise Entscheidung, die Veranstaltungen abzusagen, denn mit knapp 40 Grad Celsius wäre es für niemanden zum Vergnügen geworden. Glücklicherweise beeinträchtigten die Wetterkapriolen nicht den weiteren Verlauf des Festivals, das vielleicht eines der größten in Norddeutschland ist. Zahlreiche Besucher vergnügten sich in verschiedenen Theaterstücken, in offenen Ateliers, bei Lesungen oder Workshops und Konzerten. Hervoragenden Anklang mit ausverkauften Kirchen fand die musikalische Darbietung von Volund in der Brunstorfer und Gudower Kirche. Beim Fahrrad-Slam – vermutlich eine Weltpremiere – steuerten Radler verschiedene Orte an, um Poetry-Slams zu hören und zu bewerten sowie Musik zu lauschen. Das Publikum war begeistert und beim Abschluss-Slam in Sandesneben wurde von vielen eine Wiederholung im nächsten KuSo gewünscht. Ob bei „Stimmen aus aller Welt“ in Segrahn oder bei „Der talentierte Mr. Ripley“ im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus – die Auswahl war mit über 100 Veranstaltungen erneut umfangreich und, so die begeisterten Rückmeldungen verschiedener Gäste, es war für jeden etwas dabei. Mit Lindi-Hop, fantastischen Stimmen, Lesungen und einer Poetry-Slam-Einlage zum Leben in Mölln sowie musikalischen Darbietungen endete der 21. KulturSommer am Kanal am 20. Juli im Möllner Stadthauptmannshof. Der „Blauen Montag“ begeisterte zahlreiche Gäste bei ruhigem Wetter und in bester Stimmung.
Auf der Homepage des KulturSommers finden Interessierte unter https://kultursommer-am-kanal.de/rueckschau ein kleines Video mit Eindrücken aus vier Wochen. Und wer in diesem Jahr nicht dabei sein konnte: Der nächste KulturSommer am Kanal findet vom 12. Juni bis 12. Juli 2027 statt.
Zu diesem Thema diskutierten am 2. Juli die Landtagsabgeordneten für das nördliche Kreisgebiet Rasmus Vöge (CDU), Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) und Christopher Vogt (FDP) gemeinsam mit der Co-Kreisvorsitzenden der SPD Cira Ahmad. Mehr als 100 Besucher sind der Einladung der Stiftung Herzogtum Lauenburg zu einem öffentlichen Fachgespräch gefolgt und konnten im Möllner Stadthauptmannshof die Argumente der Politiker und Politikerinnen sowie der Naturschutzverbände, der Bürgerinitative „Naturpark statt Windkraft“ und dem Geschäftsführer der HLMS (Herzogtum Lauenburg Marketing Gesellschaft) folgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ingwer Seelhoff. Zum Hintergrund: Das Land Schleswig-Holstein plant, Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen auszuweisen. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg fordert die Landesregierung auf, von dieser Planung Abstand zu nehmen. Klaus Schlie, Präsident der Stiftung betonte, dass es um den Schutz der Natur und des Landschaftsbildes – zwei wesentliche Punkte in Satzung und Arbeit der Stiftung gehe. Als Fazit lässt sich sagen: die Landtagsabgeordneten nehmen aus der Veranstaltung viele Impulse mit und freuten sich mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sie werden die Stimmung und Anforderungen mit nach Kiel nehmen. Und sie waren sich einig: Die Stiftung muss und soll sich einmischen, wenn es um wichtige parteiübergreifende Anliegen geht.
Der Präsident der Stiftung Klaus Schlie wies in seinem Eingangsstatement darauf hin, dass sie laut Satzung der „Pflege der lauenburgischen Landschaft und Tierwelt“ verpflichtet sei. Zudem steht im Erbvertrag Blunck „Zur Erhaltung und Pflege der bedrohten Natur sind ökologisch bedeutsame und naturnahe Landschaftsteile, wie es extreme Feucht- oder Trockengebiete sein können, als Biotope zu erhalten.“ Aus Sicht der Stiftung ist damit die Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark unvereinbar. Schlie kündigt an, dass in naher Zukunft auch der Umweltminister von Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt sowie Dr. Sönke Schulz, Staatssekretär im Innenministerium den Kreis besuchen werden und für Gespräche zur Verfügung stehen.
Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung, berichtete über die seit mehr als 40 Jahren andauernde Arbeit zum Schutz der Kraniche und Seeadler, deren Ansiedlung rund um den Schaalsee und vor allem im Naturpark Lauenburgische Seen erfolgreich gelungen ist. Er unterstrich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und legte Wert darauf, dass die Einzigartigkeit des Naturparks in unmittelbarer Nähe in seiner derzeitigen Form erhalten bleiben muss.
Neben den Politikern und Politikerinnen kamen auch die Naturschutzverbände BUND und Nabu zu Wort. Elke Krawat vom Nabu ist es wichtig, dass der Ausbau alternativer Energien nicht auf Kosten von Natur und Artenschutz erfolge. Man müsse auch die Vogelflugachsen von Seeadlern, Kranichen und Schwarzstörchen beachten, die bei der derzeitigen Planung beeinträchtigt wären. Ole Eggers vom BUND merkte an, dass Schleswig-Holstein bereits vorbildlich bei dem Ausbau von alternativen Energien sei.
Für die Bürgerinitative „Naturpark statt Windkraft“ forderte Bettina Best, dass der Naturpark in seiner jetzigen Form erhalten bleiben müsse. Der Naturpark Lauenburgische Seen hat als Alleinstellungsmerkmal u.a. dass er landschaftlich im vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projekt „Stärkung des Biotopverbundes in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern“ liegt – „Grünes Band“ – sowie Teil des Projektgebietes des Naturschutzgroßprojekts „Schaalsee-Landschaft“ ist. Aus Sicht der Bürgerinitiative muss nachgearbeitet werden, „Jetzt sind sie als Politiker dran“, so ihre Forderung. Für Günther Schmidt, Geschäftsführer der HLMS ist der Blick auf die Erholungslandschaft im Fokus. Es sei wichtig, dass die Wanderwege und Radwege, die durch den Naturpark führen nicht durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werden.
Im Schlusswort äußert sich Klaus Schlie zu den Aussagen der Landespolitiker: „Ich freue mich, dass Sie aus dieser Veranstaltung etwas nach Kiel mitnehmen. Es ist nicht zuletzt mit dieser Veranstaltung klar geworden, dass in den bisherigen Planungen einiges nicht berücksichtigt wurde“. Es gelte den Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner einzigartigen, freien Landschaft mit ökologischer Bedeutung zu schützen.
Naturschutzreferent der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Thomas Neumann, mit dem Flügel eines Seeadlers. Der getötete Greifvogel wurde unterhalb eines Windkraftrades gefunden. Einer von zehn aufgefundenen Vögeln innerhalb eines Jahres – die Dunkelziffer dürfte höher sein.
Moderator Ingwer Seelhoff im Gespräch mit Barbara Kliesch, Vizepräsidentin (li.) und Maria-Anna von Treuenfels, Carl-Albrecht v. Treuenfels Stiftung für Feuchtgebiete
v.l. Rasmus Vöge (CDU), Christoper Vogt (FDP), Ingwer Seelhoff, Cira Ahmad (SPD) und Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) lauschen den Worten von Thomas Neumann.
Am Rednerpult: Bettina Best von der Bürgerinitiative „Naturpark statt Windkraft“ fordert die Erhaltung des Naturparks in seiner jetzigen Form.
Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, im Gespräch mit Thomas Neumann.
Über 100 Interessierte hatten sich zum Fachgespräch eingefunden.
Klaus Schlie (re.) fand abschließende Worte und betonte, es gelte den Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner einzigartigen, freien Landschaft mit ökologischer Bedeutung zu schützen. Fotos: Sabine Riege
Mölln – Die Gründung des Kreises Herzogtum Lauenburg vor 150 Jahren ist Gegenstand eines Tagesseminars in Mölln. Die Veranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Auge (CAU Kiel) widmet sich dieser Thematik am Samstag, 15. August ab 9 Uhr im Quellenhof (Hindenburgstr. 16, 23879 Mölln).
Das Herzogtum Sachsen-Lauenburg wurde am 1. Juli 1876 als Landkreis Herzogtum Lauenburg in die preußische Provinz Schleswig-Holstein integriert. Ausgehend von diesem Ereignis gibt es im ersten Teil des Tagesseminars Kurzreferate von ausgewiesenen Kennern der Materie. Nach einer Mittagspause werden mit dem Bus Stationen und Denkmäler der Kaiserzeit in Mölln und Ratzeburg angefahren (Leitung Stadtarchivar Christian Lopau, Rückkehr gegen 18.00 Uhr).
Mit Beiträgen von Detlev Werner von Bülow, Dr. Ulf Morgenstern, Jana Margarete Betten, Alexander Lauterbach sowie Prof. Dr. Oliver Auge.
Eine Kooperation zwischen der Lauenburgischen Akademie der Stiftung Herzogtum Lauenburg und der Abteilung für Regionalgeschichte der CAU zu Kiel. Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@stiftung-herzogtum.de oder Tel. 04542-87000. Die Teilnahmegebühr beträgt 45,00 Euro. Foto: Hendrik Ohde
Siebeneichen/Hzgt. Lauenburg – Der KulturSommers am Kanal macht seinem Namen alle Ehre, denn bei heißen, sommerlichen Temperaturen fiel am 20. Juni der Startschuss zum kreisweiten Sommerfestival im Herzogtum Lauenburg. Auf, vor und neben der Bühne an der Kirche in Siebeneichen gab es für die Gäste jede Menge zu hören und zu sehen, denn Live-Musik, Gesang von circa 100 Kindern aus fünf Schulen und der Airbrush-Workshop zogen Kinder wie Erwachsene ebenso an, wie die Auflösung des Kostüm-Fundus der Stiftung Herzogtum Lauenburg oder beispielsweise die Stelzenläuferin, die mit ihren in der Sonne funkelnden Riesen-Seifenblasen ein Lächeln auf die Gesichter zauberte. Der Kunsthandwerkermarkt, der sich erneut von der Kirche bis hinunter zur Fähre zog, das Kuchenbuffet und die Ausstellung im Gemeindehaus oder Bogenschießen und Galloway Bratwurst – hier war für alle etwas dabei.
Noch am frühen Morgen hatten die meisten bang in den Himmel geblickt, denn der Samstag ließ sich nicht gut an – dicke Regenwolken hingen über dem Herzogtum und so auch über Siebeneichen am Kanal. Aber der Wettergott meinte es gut mit allen und tauchte – pünktlich zum Aufbau – die Szenerie in das einzigartige, warme Licht, das nur der Sommer mit sich bringt. Perfekt nicht nur für die Eröffnungsveranstaltung des KuSos, sondern auch für die Vernissage des Projektes „Forum junge Kunst“ im Amtsrichterhaus Schwarzenbek, wo zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler ab sofort ihre Werke, ihre Musik und ihre künstlerische Umsetzung zu Projekten Interessierten vorstellten. Das Forum junge Kunst kann noch bis zum 27. Juni besucht werden. Fantastisch waren die Bedingungen natürlich auch in Ratzeburg, wo das Mittsommerfest gefeiert wurde. Hier hatten sich Familien und Freunde eingefunden hatten, um die „Majstang“ zu schmücken, zu tanzen und den Sommer bei stimmungsvoller Musik willkommen zu heißen.
Und schon stecken alle Interessierten mittendrin, im KulturSommer am Kanal: Insgesamt über 100 Veranstaltungen wollen im Zeitraum bis 20. Juli entdeckt werden! Einen Überblick finden Interessierte unter www.kultursommer-am-kanal.de, auf Social-Media, in diversen Veranstaltungskalendern und natürlich im Reisebegleiter, der wie gehabt in den Filialen der Kreissparkasse, dem Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg, sowie weiteren Auslagestellen verfügbar ist.
Hzgt. Lauenburg – Die Stiftung Herzogtum Lauenburg ist gemeinsam mit dem Stabsbereich Kultur des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe Teil des Kulturknotenpunktes Südost. Um Künstlern und Kulturschaffenden eine Möglichkeit zum Netzwerken sowie für Austausch und Information zu bieten, werden die Kulturstammtische angeboten. Diese sind für jede und jeden Interessierten offen und finden am Dienstag, 16. Juni, im GeesthachtMuseum! sowie am Donnerstag, 25. Juni, in der Stadtbücherei Ratzeburg, Unter den Linden 1 statt. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.
Eine ausgebuchte Führung über das Burggelände und ein anschließender Vortrag im Gemeindezentrum Linau mit ca. 50 Zuhörern zeigte das große Interesse an regionaler Geschichte.
Der Diplom-Prähistoriker Eicke Siegloff vom Archäologischen Landesamt SH (ALSH) leitete 2018/19 die archäologischen Untersuchungen und berichtete vor Ort von den denkmalpflegerischen Maßnahmen. Prof. Dr. Joachim Reichstein, ehemaliger Leiter des ALSH, ordnete in seinem Vortrag die Geschichte der Burg Linau in den historischen Kontext ein. Im Anschluss berichtete Eicke Siegloff mit viel Bildmaterial über die archäologischen Erkenntnisse.
Die Stiftung Herzogtum Lauenburg dankt der Gemeinde Linau für die hervorragende Zusammenarbeit.
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