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Niederdeutsches Autorentreffen

Mölln – Am 9. Mai findet ab 10 Uhr auf dem historischen Gelände der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Hauptstraße 150, 23879 Mölln, zum 20. Mal das Niederdeutsche Autorentreffen statt. Die Veranstaltung rückt die niederdeutsche Literatur in ihrer ganzen Vielfalt in den Mittelpunkt und bietet Autorinnen und Autoren auch über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus eine Bühne.

In jeweils zehnminütigen Lesungen präsentieren die Teilnehmenden selbst verfasste Texte auf Niederdeutsch. Dabei wird deutlich, dass das Spektrum niederdeutscher Literatur weit über traditionelle Erzählformen hinausgeht. Auch moderne Themen finden ihren Platz im Plattdeutschen und eröffnen dem Publikum facettenreiche Einblicke in Sprache, Stil und regionale Unterschiede der Dialekte. „Gerade diese Vielfalt zeigt, wie lebendig und zeitgemäß Niederdeutsch heute ist“, erklärt Marie Sophie Koop, Leiterin des Zentrums für Niederdeutsch in Holstein.

Das Niederdeutsche Autorentreffen ist als offene Lesebühne konzipiert. Eine vorherige Veröffentlichung der Texte ist nicht erforderlich, ein festes Schreibthema gibt es nicht. Insbesondere junge Menschen und Schreibende ohne Vorerfahrung sollen ermutigt werden, sich zu beteiligen.

Eine Premiere gibt es in diesem Jahr ebenfalls: Der Offene Kanal Lübeck zeichnet die Lesungen für das Radio auf. Voraussetzung für eine Teilnahme als Autorin oder Autor ist, dass die Texte auf Niederdeutsch und ohne den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verfasst wurden. Anmeldungen sind bis zum 20. März 2026 per E-Mail an niederdeutschesautorentreffen@gmx.de möglich. Eingereicht werden müssen der Text als Textdatei, persönliche Kontaktdaten sowie eine Kurzvita. Zudem ist anzugeben, ob die Texte uneingeschränkt und kostenlos auf der Internetseite des Kulturportals und des Zentrums für Niederdeutsch veröffentlicht sowie für das Radio aufgezeichnet und anschließend online bereitgestellt werden dürfen.

Begleitet wird das Autorentreffen von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm zwischen 10 und 18 Uhr. Ziel der Veranstaltung ist es auch, Menschen anzusprechen, die bislang wenig Berührung mit Plattdeutsch hatten. Sie erhalten die Gelegenheit, unterschiedliche Dialekte kennenzulernen und die Sprache in ihrer lebendigen Vielfalt zu erleben.

Foto: Sabine Riege

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Stiftung Herzogtum Lauenburg

Das 17. Niederdeutsche Autorentreffen in Mölln in neuem Gewand

Er war neu geplant, er war gut besucht, er kam gut an beim Publikum: der neunte plattdeutsche Autorentag des Zentrums für Niederdeutsch in Mölln.

Das diesjährige niederdeutsche Autorentreffen zeigte sich in neuen Farben. Organisatorisch war es – man kann es ruhig so nennen – ein echtes Mammutprogramm, das der Leiter des Niederdeutschzentrums Thorsten Börnsen und Lean Steiner, FKJ-ler der Stiftung Herzogtum Lauenburg, auf die Beine stellten.

Eingeladen waren plattdeutschschreibende Autorinnen und Autoren aus dem ganzen Norden, um ihre Texte vorzustellen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den ersten Senator der Stadt Mölln begannen die Autorinnen- und Autoren-Lesungen. In diesem Jahr wurden sie nicht in Gruppen aufgeteilt, stattdessen gab es die Möglichkeit für Teilnehmer und Zuhörer, sich alle Lesungen live anzuhören. Dies führte in den Pausen zu angeregten Gesprächen über verschiedenste Themen, denn die Autorinnen und Autoren hatten ein breites und interessantes Themenfeld für ihre Erzählungen gewählt. Eine Themenvorgabe hatte es nicht gegeben, und so zeigte sich eine vielfältige, heutige, spannende Werkschau. Die Autorinnen und Autoren lasen Texte zu Krieg und Flucht, Frauenrechten, Liebe und Tod oder Umweltschutz bis in den frühen Nachmittag hinein. Ein kleines, feines, plattdeutsches Literatur-Fest des Lesens.

Zwischen den Lesungen war genug Zeit, dass Autoren und Publikum sich bei Kaffee und Kuchen austauschten, um sich wiederzutreffen oder zum ersten Mal zu begegnen.

Am Nachmittag wurde zu einem einstündigen Konzert der „Tüdelband“ eingeladen, die am See, im Schatten der Apfelbäume, für das Publikum spielten. Sie unterhielten mit kurzweiligen Geschichten und Anekdoten zu ihren selbstgeschriebenen und selbstkomponierten Songs. Mal melancholisch, mal heiter, aber immer norddeutsch, erfreuten sie die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Zum ersten Mal war der Plattdeutsche Autorentag in den KulturSommer am Kanal integriert und hatte sich auf eine gemeinsame Planung abgestimmt. Das zeigte sich als sehr fruchtbare Kombination. Im Anschluss an den Autorentag konnten die Besucher die Abschlussinszenierung von Kilian Prigge, Regiestudent der Hochschule für Musik und Theater, OTTO – Othello op Platt im Theater des Augustinum ansehen. Mit über 75 Zuschauern eine gut besuchte und mit viel Beifall bedachte Aufführung, zu der auch viele Bewohner des Augustinums kamen. Diese waren einige Tage vorher durch ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur Kilian Prigge, dem Leiter des Zentrums für Niederdeutsch Thorsten Börnsen und der Dramaturgin Maren Simoneit auf die Inszenierung eingestimmt worden.


Insgesamt ist das neue Konzept aufgegangen. Mit Konzert und Theateraufführung ist es gelungen, neue und andere Rezipientengruppen anzusprechen und für plattdeutsche Kulturformate zu interessieren. Ob sich so auch weitere, neue Autorinnen und Autoren gefunden wurden, wird sich beim nächsten Niederdeutschen Autorentreffen zeigen.

Foto © Stiftung Herzogtum Lauenburg

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.