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Lauenburgische Akademie

Buchvorstellung mit bedrückender Aktualität zum Krieg in Nahost

Stiftungs-Präsident Klaus Schlie hat im Rahmen der Buchveröffentlichungen der „Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur“ am symbolträchtigen 9. November 2023 im Stadthauptmannshof in Mölln das neu erschienene Buch „Fünf Schicksalstage der Deutschen Geschichte – Deutschlands langer Weg zur Demokratie“ des Ratzeburger Historikers Hartwig Fischer vorgestellt.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung zur Buchpräsentation gefolgt, so dass der Vortragsraum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Schlie verwies in seinen einleitenden Worten auf die dramatischen Kriegsereignisse in Palästina, durch die das Buch eine beklemmende Aktualität erhalte.

Der Buchautor Fischer betonte in seinem Lichtbildervortrag, dass es im Verlauf der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ein ungewöhnlicher Zufall sei, dass sich wichtige Entscheidungen in den Jahren 1848, 1918, 1923, 1938 und 1989 jeweils an einem 9. November ereignet hätten – Ereignisse, die zu einer folgenreichen Zeitenwende führten. Anhand zahlreicher historischer Fotos erläuterte der Historiker, wie dramatisch sich an diesen konkreten Tagen die Schicksalsentscheidungen Deutschlands in eine bestimmte Richtung entwickelten.

In seinem Buch wird der Weg Deutschlands in den letzten 200 Jahren vom Wiener Kongress 1814/15 bis zum Fall der Berliner Mauer und zur Deutschen Einheit unter der Fragestellung beleuchtet, warum Deutschlands Weg zu einem Nationalstaat und zu einer pluralistischen Demokratie im Vergleich zu anderen Staaten wie Großbritannien, Frankreich oder den USA wesentlich länger gedauert hat.

Der Referent wies auf die revolutionären Ideen der Aufklärung hin, die in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 mit den Prinzipien der Volkssouveränität, der Geltung der Menschenrechte und der Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative eine weltweite Bedeutung erlangt hätten. Der Historiker erläuterte die Gründe für das blutige Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 und ist der Überzeugung, dass die deutsche Geschichte bei einem Gelingen des Einigungswerks vermutlich viel friedlicher verlaufen wäre. Der Autor schilderte das bürgerkriegsähnliche Ende des Deutschen Kaiserreichs 1918, stellte die weitreichenden Folgen des Hitlerputsches von 1923 dar und erklärte die Hintergründe für die Reichspogromnacht 1938 mit dem tragischen Schicksal von tausenden jüdischen Familien. Zudem erklärte er, warum am 9. November 1989 dem SED-Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz der schönste Fehler eines deutschen Politikers unterlaufen ist, der zum überraschenden Fall der Berliner Mauer und ein Jahr später zur Wiedervereinigung Deutschlands führte.

Der Historiker stellte konkrete Bezüge zur Landesgeschichte von Schleswig-Holstein und des Herzogtums Lauenburg her. So wurden die folgenreichen Rückwirkungen der Beratungen in der Frankfurter Nationalversammlung 1848 für das Herzogtum Lauenburg wie die Tätigkeit des Abgeordneten Gabriel Riesser und die Verabschiedung von liberalen Staatsgrundgesetzen mit einem umfangreichen Grundrechtekatalog für die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg vor genau 175 Jahren aufgezeigt. Der Autor berichtete über das tragische Schicksal einzelner jüdischer Familien im Kreis Herzogtum Lauenburg in der Zeit des Nationalsozialismus und schilderte die euphorische Grenzöffnung vor den Toren Ratzeburgs und Möllns am 12. November 1989 an der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der B 208 nahe Mustin. Er ging auf die Frage ein, warum der 9. November ein ambivalenter Schicksalstag sei, der sich trotz aller Euphorie über den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 nicht als nationaler Feiertag eigne.

Im Rahmen der Buchpräsentation begrüßte Klaus Schlie die neue Vizepräsidentin der Stiftung Barbara Kliesch aus Seedorf. Barbara Kliesch war vom Stiftungsvorstand einstimmig gewählt worden und tritt die Nachfolge von Wolfgang Engelmann an, der aus Altersgründen von seinem Amt zurückgetreten war.

Buchdaten: Hartwig Fischer, „9. November 1848, 1918, 1923, 1938, 1989

Fünf Schicksalstage der deutschen Geschichte – Deutschlands langer Weg zur Demokratie“, Paperback,140 Seiten, ISBN 978-3-00-076698-5, Preis: 14,80 €

Das Buch kann bei der „Stiftung Herzogtum Lauenburg“ in Mölln und bei allen Buchhandlungen erworben werden.

Foto: Stiftungspräsident Klaus Schlie, Vizepräsidentin Barbara Kliesch und Buchautor Hartwig Fischer © Stiftung Herzogtum Lauenburg

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Lauenburgische Akademie

Ein besonderer Klavierabend mit Tobias Haunhorst

Die Reihe der Akademiekonzerte wird mit dem Pianisten Tobias Haunhorst aus Münster weitergeführt. Der Initiator dieser Reihe Josef Anton Scherrer war einer seiner Lehrer. In den Akademiekonzerten werden Solo-Konzerte oder Konzerte in kleiner Besetzung konzipiert, mit denen dem Publikum die Vielfalt klassischer Musik nähergebracht werden soll.

An diesem Abend spielt der 30-jährige Pianist Stücke von C.P.E. Bach, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Franz Liszt sowie Gabriel Fauré. Bei seinen Programmen ist es ihm wichtig, das „Museale“ abzustreifen, die eigene Stimme zu finden und die Intention der Werke mit den eigenen Mitteln in das Heute und für das Morgen zu übersetzen. Er hat den Anspruch, die Sinne des Publikums anzuregen und einen positiven Veränderungsprozess zu bewirken. Die einzelnen Werke wird er moderieren. Haunhorst ist Vertretungsprofessor an der Musikhochschule Münster und leitet seit drei Jahren die von ihm ins Leben gerufene Sommer-Akademie in Asolo.

Freitag, 1. Dezember, 19.30 Uhr Stadthauptmannshof, Hauptstr. 150, 23879 Mölln. Eintritt 20,00 Euro (Schüler/Studenten frei). Anmeldung unter info@stiftung-herzogtum.de oder Tel. 04542/87000.

Der geplante Sonatenabend kann aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden.

Foto © Mischa Blank

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Lauenburgische Akademie Stiftung Herzogtum Lauenburg

Schicksalstage der deutschen Geschichte

Es geschah jeweils am 9. November! In den Jahren 1848, 1918, 1923, 1938 und 1989 war der 9. November ein Schicksalstag für Deutschland. In seinem Vortrag „Fünf Schicksalstage der deutschen Geschichte – Deutschlands langer Weg zur Demokratie“ erzählt der Historiker Hartwig Fischer anhand zahlreicher historischer Fotos von Kernereignissen die sich alle an diesem Datum ereigneten und auch im Kreis Herzogtum Lauenburg Auswirkungen hatten.

In der „Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur“ stellt Hartwig Fischer sein Buch erstmalig vor.

Signierstunde mit dem Autor.

Do., 9. November um 19.00 Uhr, Stiftung Herzogtum Lauenburg, Stadthauptmannshof, Hauptstr. 150, 23879 Mölln. Der Eintritt ist frei.

Foto: BU: Die Möllner Hauptstraße nach Öffnung der innerdeutschen Grenze © Fotoarchiv Stadt Mölln

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Lauenburgische Akademie Wissenschaft

Der Sachsenwald

Der am 2. November 2023 im MarktTreff Gülzow geplante Vortrag von Prof. Reichstein zum Sachsenwald entfällt wegen Erkrankung. Wir werden Sie informieren, sobald wir einen neuen Termin bekannt geben können.

Der Sachsenwald ist mit rund 70 km² das größte geschlossene Waldgebiet Schleswig-Holsteins. Nach der letzten Vereisung breitete sich im Lande ein Eichenmischwald mit Eiche, Ulme, Linde und Erle aus. Die Landschaft war von dichten Wäldern bedeckt, bis der Mensch in der Jungsteinzeit von den Auetälern her den Wald teilweise rodete und sesshaft wurde.

Rodungsinseln blieben bis in die Eisenzeit besiedelt, was über 1.000 archäologische Denkmäler im Sachsenwald belegen. Der Referent wird vegetationsgeschichtliche und historische Einzelheiten skizzieren, auch über die umkämpften Besitz- und Nutzungsrechte am Sachsenwald und die Zeit des Fürsten Bismarck berichten, dem Kaiser Wilhelm I. den Sachsenwald dotiert hatte. Noch heute gehört der Wald Fürst Bismarcks Nachkommen. Eine Kooperation mit dem Verein Heimatgeschichte Gülzow und dem Kreativausschuss MarktTreff.

2. November 2023, 19.00 Uhr, Eintritt frei. MarktTreff Gülzow

Hauptstraße 21, 21483 Gülzow

Foto © „Kreisarchiv Herzogtum Lauenburg Abt. 200 Nr. 2012“.

Sämtliche Veröffentlichungs- und Vervielfältigungsrechte bleiben weiterhin beim Kreisarchiv

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Lauenburgische Akademie

Entfällt: wegen kurzfristiger Erkrankung

Lieder muss die Kinder-Akademie am 14.10.2023 wegen kurzfristiger Erkrankung der Referentin entfallen. Ein neuer Termin wird von der Stiftung rechtzeitig bekannt gegeben.

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Lauenburgische Akademie

Kinder-Akademie in Mölln startet wieder.

In der „Lauenburgischen Kinder-Akademie“ bringen Professorinnen und Professoren der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Bergedorf Kindern ihre Fachgebiete in einfachen Zusammenhängen näher. Kindgerecht, für Kinder von 8 – 12 Jahren, erklären sie komplizierte Sachverhalte aus allen Wissenschaftsgebieten wie Biologie, Technik oder Chemie.

Prof. Dr. Katharina Riehn ist Professorin für Lebensmittelmikrobiologie und -toxikologie und ausgebildet als Fachtierärztin für Lebensmittelsicherheit.

Gehört haben alle schon davon: Tollwut, Salmonellen, Vogelgrippe, Covid-19.  Sogenannte Zoonosen, Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.

Prof. Dr. Katharina Riehn vermittelt in der Kinder-Akademie-Folge „Wenn Tiere Menschen krank machen – Gefahr durch Zoonosen“ was man darunter versteht und warum Kinder keine Angst davor haben muss.

Für Kinder ist es wichtig zu verstehen, wie Zoonosen entstehen und wie man sich davor schützt. Es ist auch wichtig, dass wir uns bewusst sind, wie wir mit Tieren umgehen und wie wir ihre Lebensräume schützen. Durch den Schutz der Natur und die Verringerung von Umweltbelastungen können wir das Risiko von Zoonosen verringern und dazu beitragen, dass sowohl Tiere als auch Menschen gesund bleiben.

Eine Kooperation der Stiftung Herzogtum Lauenburg mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Fakultät Life Sciences).

Geeignet für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.

Anmeldung unter info@stiftung-herzogtum.de oder Tel. 04542-87000 ist erwünscht.

Sonntag, 15. Oktober 2023, 11.00 Uhr, Eintritt 3 Euro, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 23879 Mölln

Foto © Stiftung Herzogtum Lauenburg

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Lauenburgische Akademie

Herzog Franz II. und die Renaissance in Sachsen-Lauenburg

Herzog Franz II. war einer der bedeutendsten Herzöge von Sachsen-Lauenburg im 16. und 17. Jahrhundert. Seine lange Regierungszeit war dabei äußerst wechselvoll.

Mit seinem älteren Bruder Magnus lag Herzog Franz II. im schweren Streit um die Herrschaftsbeteiligung, und gegenüber Lübeck kehrte er zur alten konfrontativen Haltung seiner Vorgänger zurück. Andererseits schloss Franz die reformatorischen Bemühungen in seinem Herzogtum erfolgreich ab und ließ sich im Zuge der Ewigen Union der Ritter- und Landschaft auf eine starke Partizipation der Stände an der Landesherrschaft ein. Nicht zuletzt entwickelte er ein erstaunliches Renaissance-Programm für sein Herzogtum.

Ein regionalgeschichtliches Seminar unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) inkl. Busexkursion nach Lauenburg widmet sich dieser Thematik am 3. September ab 9 Uhr im Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg (Stadthauptmannshof, Hauptstr. 150, 23879 Mölln).

Eine Kooperation zwischen der Lauenburgischen Akademie der Stiftung Herzogtum Lauenburg und der Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein der CAU zu Kiel.

Eine Anmeldung bis zum 18. August ist erforderlich unter Tel. 04542 / 870 00 oder info@stiftung-herzogtum.de. Die Teilnahmegebühr beträgt 45 Euro.

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Foto Prof. Dr. Oliver Auge: privat (honorarfrei)

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Jugend und Kultur Lauenburgische Akademie Stiftung Herzogtum Lauenburg

Lauenburgische Akademie für Kinder entfällt!

Der Vortrag für Kinder über die Frage, ob Verpackungen ein lästiges Übel sind, muss aus organisatorischen Gründen ausfallen. Er war im Rahmen der „Lauenburgischen Kinder-Akademie“ für Sonntag, 18. Juni im Möllner Stadthauptmannshof geplant. Ob der Vortrag nachgeholt wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg wird darüber informieren.

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Kultur Lauenburgische Akademie Stiftung Herzogtum Lauenburg

Das Ringen um die sächsische Kurwürde

Lauenburg – Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) beleuchtet in seinem bebilderten Vortrag die Hintergründe des machtpolitischen Besitzerwechsels in Sachsen 1422/23 und die besondere Rolle, die die Herzöge von Sachsen-Lauenburg dabei spielten.

Vor rund 600 Jahren kämpften die Herzöge von Sachsen-Lauenburg um das Lehen Sachsen-Wittenberg und das damit verbundene Recht zur Königswahl. Ihr zähes Ringen um das Erbe ihrer askanischen Verwandten – es gab keinen männlichen Stammhalter mehr – wurde nicht belohnt: Sie gingen leer aus. König Sigismund gab das Lehen an das meißnische Haus Wettin.

Professor Auge lehrt Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit an der Universität in Kiel.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 23. Mai um 19.30 Uhr im Elbschifffahrtsmuseum (Elbstraße 59, 21481 Lauenburg/Elbe) statt. Eintritt frei.

Eine Kooperation der Stiftung Herzogtum Lauenburg mit der Stadt Lauenburg/Elbe.

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Foto: Oliver Auge

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Lauenburgische Akademie

Großes Interesse an Wissenschaft bei Jungen und Mädchen im Herzogtum.

Die erste Veranstaltung der Lauenburgischen Kinder-Akademie der Stiftung Herzogtum Lauenburg blickt in eine erfolgreiche Zukunft.

Auf ausverkauften Plätzen lernten die Kinder im Alter von 8 – 12 Jahren gemeinsam, wie man fachgerecht die Farben von M&Ms untersucht. Die blauen und grünen Schokodrops erforschten die Kinder unter Anleitung von Frau Professorin Knappe und ihren Assistentinnen der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bergedorf.

Die Hochschule hatte, gemeinsam mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg, zu „Den Farben auf der Spur“ eingeladen. Ganz im Sinne der Wissenschaft hielten sich die Kinder zurück und naschten nicht von den zu untersuchenden Süßigkeiten. Stattdessen gaben sie ihre Einschätzung zu Papierchromatographie und Farbverläufen, und behandelten Teile der Physik, unter anderem die elektromagnetische Strahlung. Die zahlreichen Fragen der Nachwuchswissenschaftler wurden, wenn die Kinder sie nicht untereinander beantworteten, altersgerecht von Professorin Knappe erklärt.

Die Eltern der wissensbegeisterten Kinder hatten zu diesem Chemie-Labor keinen Zugang. Während ihre Kinder mit Pasteur-Pipette und Rundfilterpapier testeten, konnten sie jedoch per Live-Schalte von einem anderen Raum aus zusehen.

Die Zusammenarbeit der Stiftung mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften wird über das ganze Jahr in der Lauenburgischen Kinder-Akademie fortgesetzt. Der nächste Termin ist für Ende Mai/Anfang Juli mit einem neuen Thema geplant. Die Professorinnen und Professoren der Bergedorfer Hochschule planen ihre Veranstaltung für Kinder im Alter von 8 – 12.

Als Forschungseinrichtung mit Studiengängen wie Flugzeugbau, Ernährungswissenschaften, Gefahrenabwehr, Marketing und Design, Sound-Vision-Games, Biotechnologie, Wirtschaft und Maschinenbau gibt es ein großes Themenspektrum, an das die Kinder mit Spaß herangeführt werden. Der nächste Termin der Lauenburgischen Kinder-Akademie wird zeitnah bekannt gegeben.

Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg

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Lauenburgische Akademie

Den Farben auf der Spur

Reihe „Kinder-Akademie“ NEU

Die Auftaktveranstaltung zu einer neuen Reihe der Lauenburgischen Kinder – Akademie für startet für 8 – 12 Jährige am 26. Februar um 11.00 Uhr in Mölln.

Ihr taucht ein in die Welt der Farben und macht selbst kleine Experimente zusammen mit anderen Kindern. Es geht um Fragen wie: Welche Farben gibt es? Was ist Deine Lieblingsfarbe? Wie kann man Farben untersuchen? Wie bekommt man sie aus einem Stoff heraus? Magst Du Süßigkeiten?

Prof. Dr. Bettina Knappe ist Professorin für Grundlagen der Chemie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Department Biotechnologie und zeigt, wie Chemiker professionell Farben untersuchen können und wie zu Hause ganz einfach Süßigkeiten unter die Lupe genommen werden können.

Werdet zu Farbdetektiven und seht, wie Chemiker vorgehen!

Die Lauenburgische Kinder – Akademie ist eine Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg-Bergedorf.  (Fakultät Life Sciences). Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften bietet seit mehr als 10 Jahren Veranstaltungen für Kinder an, die kindgerecht Spaß an wissenschaftlichen Fächern vermittelt.

Anmeldung unter info@stiftung-herzogtum.de oder Tel. 04542/87000 ist erwünscht.

So., 26. Februar 2023, 11.00 Uhr, Dauer: ca 45 Minuten

Der Eintritt ist frei, für Verbrauchsmaterialien fällt ein Unkostenbeitrag von 3 Euro pro Kind an.

Stadthauptmannshof Hauptstr. 150, 23879 Mölln

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Lauenburgische Akademie Publikationen Stiftung Herzogtum Lauenburg

Herzogtum Lauenburg – Geschichte erlebbar gemacht

Die Geschichte unseres Kreises Herzogtum Lauenburg ist schon im Namen „erlebbar“ – nur, was bedeutet: Herzogtum?

Regiert in Ratzeburg ein Herzog? Sind Kreispräsident und Landrat Nachkommen des altsächsischen Adelsgeschlechts der Askanier? Ist unser Herzogtum Lauenburg überhaupt ein Bestandteil Schleswig-Holsteins? Sind wir „Lauenburgerinnen und Lauenburger“ im Land zwischen den Meeren etwas Besonderes?

Wer Antworten auf diese Fragen wissen will, sollte „Das Herzogtum Lauenburg – Seine Geschichte in Texten, Bildern und Dokumenten“ von Eckardt Opitz erwerben und lesen.

Der Autor Opitz sagt, die deutsche Geschichte sei nicht nur durch die großen Dynastien, sondern auch durch kleine Fürstentümer, Städte und Länder geprägt. Das kleine Reichsfürstentum Herzogtum Sachsen-Lauenburg blieb in seiner wechselvollen Geschichte bis in die Neuzeit hinein stets ein wichtiger Faktor in der deutschen und europäischen Geschichte. Und – das ist bemerkenswert – der Landkreis verfügt noch immer über Sonderrechte, die andere Kreise nicht haben.

Seit 30 Jahren legt der Hamburger Historiker Prof. Dr. Eckardt Opitz seinen Forschungsschwerpunkt auf das Herzogtum Lauenburg. In zahlreichen Vorträgen, Seminaren und Aufsätzen hat er innerhalb der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg sein umfangreiches Wissen geteilt. Dort stellte er am Sonnabend den 19.11.2022 sein neuestes Buch vor. Zahlreiche interessierte Zuhörer, unter Ihnen Kreispräsident Mainhard Füllner und Kreissparkassenvorstand Udo Schlünsen, waren gekommen um neueste geschichtliche Details über das Herzogtum zu erfahren.  In anschaulicher Form macht das einzigartige Werk von Opitz deutlich, dass unser Herzogtum eine historische Bereicherung der Landesgeschichte darstellt. In verständlichen Texten, mit vielen Abbildungen, Kartendarstellungen, Fotografien und Urkunden stellt er unsere Heimatgeschichte erlebbar dar.

„Der Stiftung Herzogtum Lauenburg, mit seiner Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur war die Herausgabe dieses „Standardwerkes“ zur Geschichte unseres Kreises ein wichtiges Anliegen“, so der Präsident Klaus Schlie. „Dabei wurden wir großzügig von der Dr. Werner Petersen Stiftung in Kiel bei der Erarbeitung und Herausgabe des Buches gefördert.“

Das gebundene, im Husum-Verlag erschiene Buch umfasst knapp 300 Seiten, ist farbig bebildert und für 29,95 Euro im Buchhandel.  (ISBN 978-3-96717-105-1) und im Stadthauptmannshof der Stiftung Herzogtum Lauenburg in Mölln zu erwerben.

Buchbestellungen unter info@stiftung-herzogtum.de oder 04542 – 87 000.

Foto: Buchcover © Husum-Verlag

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Lauenburgische Akademie

„39 Tage – Mölln im Herbst 1992“

Mölln – 30 Jahre nach dem Ereignis liegt erstmals eine detaillierte schriftliche Dokumentation über die Möllner Brandanschläge vom 23. November 1992 vor. Sie trägt den Titel „39 Tage – Mölln im Herbst 1992“ und ist in der Schriftenreihe der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg erschienen. Verfasst hat die 120-Seiten-Schrift der Möllner Lothar Obst, der 1992 beruflich als Verwaltungsleiter des damaligen Städtischen Krankenhauses und ehrenamtlich als Geschäftsführer des Heimatbundes und Geschichtsvereins tätig war.

„Die vorliegende Dokumentation über die Möllner Brandanschläge vom 23. November 1992 ist aus Sicht der ´Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur´ ein wichtiger Beitrag zur wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser rechtsextremistisch motivierten Tat“, erklärt der Präsident der Stiftung Klaus Schlie. „Der Tutor unserer Akademie Lothar Obst trägt mit dieser ausschließlich faktenbasierten Darstellung dazu bei, die tatsächlichen Abläufe der Tat, des Rettungseinsatzes und der Reaktion der Bevölkerung in Mölln zu dokumentieren. Ein absolut notwendiger Beitrag frei von Spekulationen und Legendenbildungen“, so Klaus Schlie.

Es ist ein Novum in der neueren deutschen Geschichte: Die von zwei jungen Neonazis verübten Anschläge, die drei Todesopfer, neun Schwerverletzte und eine Reihe Leichtverletzter unter den 42 Bewohnern der Häuser in der Mühlenstraße 9 und der Ratzeburger Straße 13 forderten und zu einer weltweiten Berichterstattung führten, sind bis heute von der deutschen Geschichtsforschung nur spärlich thematisiert worden. So sind bisher kaum  wissenschaftliche Arbeiten publiziert worden, lediglich eine Dissertation an der Universität Bremen und eine Masterarbeit an der Universität Wien, allerdings mit anderen Forschungsfeldern. Die jetzt vorliegende Dokumentation geht vor allem der Frage nach: Wie hat damals die Möllner Bevölkerung auf die Anschläge reagiert? „Ich möchte damit eine auch nach drei Jahrzehnten immer noch vorhandene Lücke im Schrifttum schließen, denn einen umfassenden Bericht zu dieser Frage gibt es bisher nicht“, begründet Lothar Obst seine Grundlagenforschung im Vorwort.

Der Titel stellt auf den 39 Tage umfassenden Berichtszeitraum vom 23. November bis 31. Dezember 1992 ab, so dass mit einer großen Detailschärfe nur die zeitlich unmittelbaren und damit authentischen Reaktionen mit ihrer hohen Glaubwürdigkeit dargestellt werden. Die Dokumentation beginnt mit einem literarischen Prolog von Carl Zuckmayer und schließt mit einem künstlerischen Epilog von Horst Grünwald.

Der Verfasser stützt seine Arbeit auf eine eigene 30-jährige Materialsammlung, die Auswertung der Archivbestände von Stadt und Kreis, offiziellen Einsatzberichten, Privat- und Zeitungsarchiven, den Vernehmungen und Geständnissen der Täter, den Prozessakten vor dem Oberlandesgericht Schleswig und Interviews sowie persönlichen Aussagen von Bewohnern beider Brandhäuser, der Feuerwehren, Polizei, Rettungsdiensten und weiteren Zeitzeugen aus der Möllner Zivilgesellschaft. Breiten Raum nehmen vor allem die Berichte über die öffentlichen Kundgebungen, Schweigemärschen und Erklärungen, die umfangreiche Hilfsbereitschaft der Möllner Bevölkerung mit Geld- und Sachspenden sowie bereitgestellten Wohnungen, persönliche und künstlerische Reaktionen, die nach den Anschlägen gegründeten Vereine und Institutionen sowie die geschaffenen Gedenkstätten ein. Im Dokumentarteil findet der Leser den damaligen Fahndungsaufruf der Polizei, regionale und bundesweite Trauer- und Solidaritätsanzeigen, den Gründungsaufruf des späteren „Vereins Miteinander leben“, einen Spendenaufruf des Städtischen Krankenhauses und den Text einer Gedenkrede, die Obst in seiner späteren Funktion als Bürgervorsteher der Stadt Mölln zum 6. Jahrestag der Anschläge am 23. November 1998 hielt.

Die Arbeit beinhaltet mit 65 Fotos eine umfangreiche Bilddokumentation; sie stammen vom Kreisfeuerwehrverband Herzogtum Lauenburg, aus dem Privatarchiv von Martin Stein, der auch das Titelfoto beisteuerte, sowie von Detlef Romey, Horst Grünwald (alle Mölln) und vom Verfasser selbst.

„Damit liegt erstmals eine quellengestützte, streng faktenbasierte und von persönlichen Wertungen freie Grundlagenforschung vor, auf die weitere Zeitzeugen oder Geschichtsstudenten zurückgreifen können“, so Lothar Obst, der sich von seiner Arbeit vor allem eine Anstoßwirkung für andere Forscher und Interessierte verspricht: „Denn auch diese erste vorliegende Dokumentation kann nur ein Schlaglicht abbilden und erhebt keineswegs den Anspruch, die ganze Breite der beeindruckenden Reaktion der Möllner Bevölkerung auf die rechtsradikalen Gewaltanschläge darzustellen. Die Reaktion der Möllner Bevölkerung war deutschlandweit beispielgebend.“ Die Dokumentation erscheint in der Schriftenreihe der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

Bibliografische Angaben:

Obst, Lothar: 39 Tage – Mölln im Herbst 1992. Wie die Möllner Bevölkerung auf die Brandanschläge vom 23. November 1992 reagierte. Bericht eines Zeitzeugen

Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg (Hg.)

21 x 30 cm

124 S., Softcover

Mölln 2022

Erhältlich zum Preis von 9,80 Euro plus Porto bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg:

info@stiftung-herzogtum.de

Tel. 04542-87000

Vor Ort im Empfang der Stiftung: Stadthauptmannshof, Hauptstr. 144, 23879 Mölln (Öffnungszeiten Mo. bis Do. von 9.00 bis 12.00 Uhr).

Außerdem in der Buchhandlung LeseSpaß (Hauptstr. 7, Mölln) sowie in der Buchhandlung Weber (Hauptstr. 74, Mölln).

Foto: Buchcover: 39 Tage in Mölln (honorarfrei) Stiftung Herzogtum Lauenburg

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Stadthauptmannshof Wissenschaft

Heinrich der Löwe und die Slawen

Heinrich der Löwe ragte als Reichsfürst deutlich über die Seinesgleichen hinaus und beanspruchte eine quasi königliche Stellung im Reich, aus der heraus er auch mit dem König von Dänemark um die Hegemonie im westlichen Ostseeraum konkurrierte. Besonders deutlich wird dieser Anspruch Heinrichs des Löwen an seiner Politik mit und gegenüber den von Wagrien (Ostholstein) bis Pommern siedelnden Slawen.

Der bebilderte Vortrag nimmt diese Politik von Heinrichs erstem (kriegerischen) Kontakt mit den Slawen während des Wendenkreuzzugs 1147 bis zu seinem Sturz als Herzog Anfang der 1180er Jahre in den Fokus. Er wird herausarbeiten, dass die Geschehnisse in diesem wendischen Raum für das Selbstverständnis und Schicksal Heinrichs des Löwen von nicht unwesentlicher Bedeutung waren.

Professor Auge lehrt Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit an der Universität in Kiel.

Do., 17. November 2022, 19.30 Uhr

Eintritt frei

Stadthauptmannshof, Hauptstr. 150, 23879 Mölln

Foto: Katrin Jeste

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Lauenburgische Akademie

Schleswig-Holsteins Weg zur Demokratie

Den Weg Schleswig-Holsteins zu einem eigenständigen Bundesland und einer parlamentarischen Demokratie nimmt am Donnerstag, 10. Februar, Prof. Dr. Utz Schliesky (Kiel) im Möllner Stadthauptmannshof in den Blick. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Schleswig-Holstein war ursprünglich Bestandteil des Staates Preußen, der wiederum Bestandteil des Deutschen Reiches war. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Untergang des Nationalsozialismus wurde diese Verfasstheit von den Siegermächten geändert. In der Folge wurde Schleswig-Holstein selbständig. Der Vortrag von Prof. Schliesky vollzieht diese Entwicklung verfassungspolitisch nach und arbeitet dabei einige Besonderheiten der neuen politischen Verfasstheit heraus.

Prof. Dr. Utz Schliesky ist Vorstand des Lorenz-von-Stein-Instituts für Verwaltungswissenschaften an der CAU zu Kiel und Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Ehrenamtlich ist er unter anderem als Tutor für Recht, Wirtschaft und Europa an der Lauenburgischen Akademie der Stiftung Herzogtum Lauenburg tätig.

Anmeldung für den Vortrag werden unter der Telefonnummer 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de entgegengenommen. Besucherinnen und Besucher müssen geimpft oder genesen sein (2G).

Foto: Michael Gaida

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Die Zeit reiner Faktenvermittlung ist vorbei

Wie schaffe ich es, Menschen für mein Museum zu begeistern und nebenbei auch noch den einen oder anderen Erkenntnisprozess in Gang zu setzen? Um diese Frage rankte sich eine von der Stiftung Herzogtum Lauenburg und vom Projekt „Schule trifft Kultur in Schleswig-Holstein“ veranstaltete Fortbildung. Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer warteten am heutigen Mittwoch (10. November) im Stadthauptmannshof auf Tipps und Anregungen und erhielten sie – sowohl in Theorie als auch Praxis.

Aus der Praxis der Vermittlungsarbeit berichteten zunächst Mareike Ballerstedt vom Museum für Hamburgische Geschichte und Heike Roegler vom Altonaer Museum, die unter anderem das Konzept „Kinder als Museumsforscher“ vorstellten. In die Theorie stieg dann Sebastian Barsch, Professor für Geschichtsdidaktik an der Christian-Albrechts-Universität, ein. Wie bei den Vorrednern wurde auch bei ihm schnell deutlich, dass die Zeiten reiner Faktenvermittlung und Objektaufstellung vorbei sind, wenn man denn auch morgen noch Menschen – insbesondere junge – für sein Museum begeistern möchte.

Sebastian Barsch sprach per Videoschalte zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fortbildung. Foto: Kulturportal-Herzogtum.de

Statt einer straffen, von einer unsichtbaren Hand geleiteten Führung geht es heutzutage darum, die Menschen selbst in Bewegung zu versetzen. Dafür nannte Barsch gleich eine ganze Reihe von Maßgaben. Unter anderem warb er dafür, „Inszenierung zu dekonstruieren“ – sprich verschiedene Sichtweisen auf einen Sachverhalt oder eine Sache zuzulassen – oder bewusst Dinge zuzulassen, die für Irritationen sorgen. „Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Geschichte als Konstrukt zu begreifen“, so Barsch. Das Ziel dieser Strategie ist der „Criticalist“, jemand, die oder der in der Lage ist, Quellen als Quellen zu identifizieren und einzuordnen, statt sich überwältigen zu lassen und auch Darstellungen als solche zu erkennen und zu hinterfragen.

Was braucht es, um das zu können? Eine Menge, machten Barschs Ausführungen deutlich. Faktenwissen schadet nicht. Darauf basierend Zusammenhänge herzustellen und damit einen Erkenntnisprozess in Gang zu setzen, um damit am Ende vielleicht etwas für das eigene Leben in einer pluralistischen Gesellschaft ableiten zu können – wäre nahe am Ideal.

Dafür bedarf es allerdings nicht nur kreativer und kompetenter Museumsmacherinnen und Museumsmacher, sondern auch (junger) Menschen, die sich auf dem Weg machen.

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Lauenburgische Akademie

Artenvielfalt im heimischen Garten

Was hilft der Artenvielfalt im heimischen Garten? Dieser Frage geht am Dienstag, 16. November, Diplom-Biologe Norbert Voigt (Kiel) im Möllner Stadthauptmannshof nach. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Über Garten- und Grundstücksgestaltung lässt sich trefflich streiten. Es gibt Menschen, die wilde Gärten lieben. Andere sehen darin wiederum ein Sinnbild für Unordnung und mangelnde Pflege. Nutzgärtnern geht es vor allem darum, Obst und Gemüse zu ernten. Letztendlich sind Gartengestaltungen immer auch Spiegelbild gesellschaftlicher Moden und Trends.

Unabhängig davon bieten Gärten immer Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Vortrag möchte vor diesem Hintergrund positive Beispiele für eine naturnahe Gartengestaltung aufzeigen. Die Vorstellung von Lieblingspflanzen und besonderen Naturinseln im Garten runden den Vortrag ab. Norbert Voigt ist Umweltreferent des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes.

Eine Anmeldung unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de ist erforderlich.

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Foto: Norbert Voigt

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Wissenschaft

Wie geht moderne Museumspädagogik?

Einblicke in die Theorie und Praxis der Museumspädagogik bietet am Mittwoch, 10. November, im Möllner Stadthauptmannshof eine von der Stiftung Herzogtum Lauenburg und dem Projekt „Schule trifft Kultur in Schleswig-Holstein“ veranstaltete Fortbildung. Zu Gast sind Mareike Ballerstedt vom Museum für Hamburgische Geschichte und Heike Roegler, Leiterin der museumspädagogischen Abteilung des Altonaer Museums. Zudem hält Prof. Dr. Sebastian Barsch vom Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität einen Vortrag über „Inszenierte Geschichte“, bei dem es um Chancen und Grenzen der Geschichtsvermittlung „an außerschulischen Lernorten“ geht.

Die Fortbildung beginnt um 10 Uhr und endet voraussichtlich gegen 17 Uhr. Das Angebot richtet sich vor allem an Museumspädagoginnen und Museumspädagogen, Lehrerinnen und Lehrer sowie Kulturschaffende. Zutritt gibt es nur bei Beachtung der 3-G-Regel: Das heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer benötigen entweder einen Impfnachweis beziehungsweise eine Genesenen-Bescheinigung oder einen aktuellen Corona-Test. Anmeldungen nimmt Jörg-Rüdiger Geschke, erreichbar unter jr.geschke-rz@kulturvermittler-sh.de entgegen.

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Existenzielle Matrix

Nein, dieses Wort genoss lange Zeit keinen guten Ruf. Vor allem der politischen Linken stieß es sauer auf. Der Nationalsozialismus hatte den Begriff „Heimat“ für seine rassistische Ideologie missbraucht und verbrannt. Dass es da manchem gesellschaftlichen Akteur in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg an Toleranz mangelte, ist nur allzu verständlich.

Mittlerweile liegt das Ende der Naziherrschaft 76 Jahre zurück und mit dem Fortschreiten der Zeit scheint auch ein Verständniswandel eingesetzt zu haben, dem Prof. Dr. Joachim Reichstein (Schleswig) am Donnerstag, 4. November, im Markttreff Gülzow nachgeht. Unter dem „Die neue Sehnsucht nach Heimat“ widmet er sich der Vergangenheit und der Gegenwart des Begriffs. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Referent will zeigen, dass nichts so verletzlich ist wie unsere Heimat; dass es keine abstrakte Heimat gibt, sondern dass Heimat – auch die in unserem Kopf – immer konkret ist und deshalb verletzlich. „Wir brauchen die universelle existentielle Matrix Heimat zum Leben wie die Atemluft“ sagt Prof. Reichstein. In der neuen Sehnsucht nach Heimat mache sich diese als Erfordernis bemerkbar.  

Für die Veranstaltung kooperiert die Stiftung Herzogtum Lauenburg mit dem Verein Heimatgeschichte Gülzow und dem Kreativausschuss MarktTreff. Anmeldung unter info@stiftung-herzogtum.de oder Tel. 04542 87000 ist erforderlich.

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Reich mit schlechtem Ruf

Wie gerechtfertigt ist der schlechte Ruf des 1871 in Versailles ausgerufenen Kaiserreichs? Dieser Frage geht Prof. Dr. Ulrich Lappenküper am Dienstag, 9. November, im Möllner Stadthauptmannshof nach. Dabei schlägt der Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung auch einen Bogen zum Deutschland der Gegenwart. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„Gedenktage kommen mitunter nicht nur ungerufen, sondern auch ungelegen“. So äußerte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Anfang 2021 in einer Rede zum 150. Jahrestag der Gründung des Deutschen Reichs. Kein Zweifel: Das Kaiserreich hat in weiten Teilen der Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Es sei eine „Kriegsgeburt“ gewesen, heißt es in Büchern, Feuilletons und TV-Dokumentationen. Nur „ein kurzer Weg“ habe von der Gründung 1871 zum katastrophalen Ende 1918 geführt, und auch danach habe das Erbe unheilvoll weitergewirkt.

Für den Vortrag kooperiert die Stiftung Herzogtum Lauenburg mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Vorherige Anmeldungen sind zwingend notwendig und werden unter der Telefonnummer 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de entgegengenommen.

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