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Erfolgreiches 2. Fachgespräch „Windkraft im Naturpark Lauenburgische Seen?“

Mölln – Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Naturschutzverbänden wie NABU, des Zweckverbands Schaalsee oder des BUND, von Bürgerinitiativen oder aus Politik und Gemeinden nutzten am 17. August die Möglichkeit, mit den Staatssekretären Joschka Knuth (Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur) sowie Dr. Sönke Schulz (Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport) zum Thema „Windkraft im Naturpark Lauenburgische Seen?“ ins Gespräch zu kommen. Vizepräsidentin Barbara Kliesch begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Nachdrücklich wies Barbara Kliesch darauf hin, dass sich die Stiftung als Vermittler ohne politischen Hintergrund sehe. Auch Präsident Klaus Schlie betonte, dass die Satzung der Stiftung den Schutz und die Pflege der lauenburgischen Natur festschreiben würde und man durch eigene Flächen die Wechselwirkungen und Eingriffe in unserer Landschaft, in Flora und Fauna mit Sorge betrachte. Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung, machte durch teils erschütternde Fotos noch einmal deutlich, welche Auswirkungen die geplanten 240 bis 260 Meter hohen Windkraftanlagen für den heimischen Seeadler, für Rot-Milane sowie Kraniche haben können. Er wies darauf hin, dass die Abschaltregelung der Windräder ein Austrudeln der Rotorblätter herbeiführen würde, diese jedoch zu langsam reagieren würden und somit den Seeadler keineswegs schützen könne. 

Staatssekretär Joschka Knuth führte nach der Begrüßung der Gäste ins Thema ein und erläuterte die Vorgaben durch den Bund: Das Bundes-2-Prozent-Flächenziel nach dem Windflächenbedarfsgesetz (WindBG) verlangt von Schleswig-Holstein die Ausweisung von Windflächen. Das Land muss den Anteil auf rund drei Prozent der Landesfläche anheben, um die regionale Energiewende und den Ausbau der Landesplanung in Schleswig-Holstein umzusetzen. Dr. Sönke Schulz warb für Verständnis für die politische Zielleistung und die bundesrechtlichen Rahmen sowie den Regionalrahmen. Die Ermittlung der Vorrangflächen und Planungsflächen sei ein langer fachlicher Abstimmungsprozess gewesen und schlussendlich seien nur 1,2 Prozent im Naturpark Lauenburgische Seen als Vorrangfläche eingeplant. Die im Rahmen des Fachgesprächs vorgebrachten Fragen und Einwände der Naturschutzverbände oder beispielsweise von Bürgermeisterinnen oder Bürgermeistern zu vorhandenen Vogelfluglinien, zu Mooren, Brüchen oder der Biodiversität im Herzen des Naturparks würde man sehr ernst nehmen, allerdings seien die rechtlichen Rahmenbedingungen zwingend einzuhalten, da sonst die Zielsetzung nicht erreichbar sei. Die Differenzierung zwischen belasteten oder unbelasteten Regionen würden Spielräume möglich machen – diese müssten jedoch überall gleich eingeräumt werden – und der Naturpark sei kein Naturschutzgebiet, eine ausgewogene Planung sei daher sachlich und fachlich vereinbar. Auch die unterschiedlichen Abwägungs-Kriterien wie letzte Untersuchungen, Schutzgebiete, anlassbezogene Untersuchungen oder kommunale Daten müssten bei der Festlegung von Vorrangflächen hinzugezogen und berücksichtigt werden, so Joschka Knuth. Beide Staatssekretäre wiesen darauf hin, dass jede Phase der Beteiligung dafür diene, gegebenenfalls Prüfungen durchzuführen. Gerade jetzt sei es wichtig, aktuelle vorliegende Daten gerne einzureichen, die dann selbstverständlich geprüft werden würden. Allerdings seien nur noch Änderungen zu den geänderten Teilen des Entwurfs des 1. Beteiligungsverfahrens möglich, so die Politiker – Unterlagen müssten für das 2. Beteiligungsverfahren bis spätestens 26. August eingereicht werden.

Erschütternde Fakten: Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung Herzogtum Lauenburg präsentiert den Anwesenden die Schwingen von zwei durch Rotorblättern erschlagenen Seeadlern. Foto: Stefan Büngens

(v.l.) Staatssekretär Dr. Sönke Schulz, Stiftungs-Vizepräsidentin Barbara Kliesch und Staatssekretär Joschka Knuth konnten gemeinsam mit zahlreichen Gästen die Fachbeiträge verschiedener Naturschutzorganisationen und der Bürgerinitiative „Naturpark statt Windpark“, Wilhelm Körner, Bettina Best und Martin Jeske, hören. Foto: Sabine Riege

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Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen? 

Zu diesem Thema diskutierten am 2. Juli die Landtagsabgeordneten für das nördliche Kreisgebiet Rasmus Vöge (CDU), Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) und Christopher Vogt (FDP) gemeinsam mit der Co-Kreisvorsitzenden der SPD Cira Ahmad. Mehr als 100 Besucher sind der Einladung der Stiftung Herzogtum Lauenburg zu einem öffentlichen Fachgespräch gefolgt und konnten im Möllner Stadthauptmannshof die Argumente der Politiker und Politikerinnen sowie der Naturschutzverbände, der Bürgerinitative „Naturpark statt Windkraft“ und dem Geschäftsführer der HLMS (Herzogtum Lauenburg Marketing Gesellschaft) folgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ingwer Seelhoff. Zum Hintergrund: Das Land Schleswig-Holstein plant, Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen auszuweisen. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg fordert die Landesregierung auf, von dieser Planung Abstand zu nehmen. Klaus Schlie, Präsident der Stiftung betonte, dass es um den Schutz der Natur und des Landschaftsbildes – zwei wesentliche Punkte in Satzung und Arbeit der Stiftung gehe. Als Fazit lässt sich sagen: die Landtagsabgeordneten nehmen aus der Veranstaltung viele Impulse mit und freuten sich mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sie werden die Stimmung und Anforderungen mit nach Kiel nehmen. Und sie waren sich einig: Die Stiftung muss und soll sich einmischen, wenn es um wichtige parteiübergreifende Anliegen geht. 

Der Präsident der Stiftung Klaus Schlie wies in seinem Eingangsstatement darauf hin, dass sie laut Satzung der „Pflege der lauenburgischen Landschaft und Tierwelt“ verpflichtet sei. Zudem steht im Erbvertrag Blunck „Zur Erhaltung und Pflege der bedrohten Natur sind ökologisch bedeutsame und naturnahe Landschaftsteile, wie es extreme Feucht- oder Trockengebiete sein können, als Biotope zu erhalten.“ Aus Sicht der Stiftung ist damit die Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark unvereinbar. Schlie kündigt an, dass in naher Zukunft auch der Umweltminister von Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt sowie Dr. Sönke Schulz, Staatssekretär im Innenministerium den Kreis besuchen werden und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung, berichtete über die seit mehr als 40 Jahren andauernde Arbeit zum Schutz der Kraniche und Seeadler, deren Ansiedlung rund um den Schaalsee und vor allem im Naturpark Lauenburgische Seen erfolgreich gelungen ist. Er unterstrich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und legte Wert darauf, dass die Einzigartigkeit des Naturparks in unmittelbarer Nähe in seiner derzeitigen Form erhalten bleiben muss. 

Neben den Politikern und Politikerinnen kamen auch die Naturschutzverbände BUND und Nabu zu Wort. Elke Krawat vom Nabu ist es wichtig, dass der Ausbau alternativer Energien nicht auf Kosten von Natur und Artenschutz erfolge. Man müsse auch die Vogelflugachsen von Seeadlern, Kranichen und Schwarzstörchen beachten, die bei der derzeitigen Planung beeinträchtigt wären. Ole Eggers vom BUND merkte an, dass Schleswig-Holstein bereits vorbildlich bei dem Ausbau von alternativen Energien sei.

Für die Bürgerinitative „Naturpark statt Windkraft“ forderte Bettina Best, dass der Naturpark in seiner jetzigen Form erhalten bleiben müsse. Der Naturpark Lauenburgische Seen hat als Alleinstellungsmerkmal u.a. dass er landschaftlich im vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projekt „Stärkung des Biotopverbundes in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern“ liegt – „Grünes Band“ – sowie Teil des Projektgebietes des Naturschutzgroßprojekts „Schaalsee-Landschaft“ ist. Aus Sicht der Bürgerinitiative muss nachgearbeitet werden, „Jetzt sind sie als Politiker dran“, so ihre Forderung. Für Günther Schmidt, Geschäftsführer der HLMS ist der Blick auf die Erholungslandschaft im Fokus. Es sei wichtig, dass die Wanderwege und Radwege, die durch den Naturpark führen nicht durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werden.

Im Schlusswort äußert sich Klaus Schlie zu den Aussagen der Landespolitiker: „Ich freue mich, dass Sie aus dieser Veranstaltung etwas nach Kiel mitnehmen. Es ist nicht zuletzt mit dieser Veranstaltung klar geworden, dass in den bisherigen Planungen einiges nicht berücksichtigt wurde“. Es gelte den Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner einzigartigen, freien Landschaft mit ökologischer Bedeutung zu schützen. 

Naturschutzreferent der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Thomas Neumann, mit dem Flügel eines Seeadlers. Der getötete Greifvogel wurde unterhalb eines Windkraftrades gefunden. Einer von zehn aufgefundenen Vögeln innerhalb eines Jahres – die Dunkelziffer dürfte höher sein.

Moderator Ingwer Seelhoff im Gespräch mit Barbara Kliesch, Vizepräsidentin (li.) und Maria-Anna von Treuenfels, Carl-Albrecht v. Treuenfels Stiftung für Feuchtgebiete

v.l. Rasmus Vöge (CDU), Christoper Vogt (FDP), Ingwer Seelhoff, Cira Ahmad (SPD) und Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) lauschen den Worten von Thomas Neumann.

Am Rednerpult: Bettina Best von der Bürgerinitiative „Naturpark statt Windkraft“ fordert die Erhaltung des Naturparks in seiner jetzigen Form.

Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, im Gespräch mit Thomas Neumann.

Über 100 Interessierte hatten sich zum Fachgespräch eingefunden.

Klaus Schlie (re.) fand abschließende Worte und betonte, es gelte den Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner einzigartigen, freien Landschaft mit ökologischer Bedeutung zu schützen. Fotos: Sabine Riege