Herbstausstellung in der Stiftung Herzogtum Lauenburg
Mölln – In der Herbstausstellung der Stiftung Herzogtum Lauenburg werden Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kreisgebiet gezeigt, die sich dem Einfluss des Menschen auf die Natur widmen. Die Vernissage findet am Sonntag, 20. September um 11.30 Uhr im Stadthauptmannshof an der Hauptstraße 150 in Mölln statt (der Zugang ist barrierefrei). Meinhard Füllner (Kreispräsident a.D.) führt in die Ausstellung ein. Für die musikalische Umrahmung sorgen Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule. Sie sind Preisträgerinnen und Preisträger des Musikschulwettbewerbs. Die von Antje Ladiges-Specht kuratierte Ausstellung läuft bis einschließlich 25. Oktober und ist samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr sowie während der Kulturnacht am 2. Oktober in der Zeit von 18 bis 23 Uhr geöffnet.
Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern:
In ihren großformatigen Tierporträts arbeitet Florentine Kunze-Wolff aus Kollow fotorealistisch und mit gestochen scharfem Blick für Anatomie und Fellstruktur. Eine künstlerische Antwort auf die Frage, wie wir dem Tier heute begegnen.
Unter anderem mit großen realistischen und abstrakten Blumen-Installationen will Meinhard Füllner aus Pogeez einen Anreiz zur Diskussion über Natur-Kunst und menschengemachte Kunst geben.
Hilli Mann aus Groß Boden befasst sich mit Papierreliefarbeiten und verwendet dafür das japanische Washi-Papier. Die Farben mischt sie selbst an. Ihre Themen fokussieren sich immer mehr auf Umwelt und Natur.
Olga B. Runschke (Hamburg/Sirksfelde) konzentriert sich auf Zeichnungen in verschiedenen Techniken, auf transparenten Papieren, oft auf langen Bahnen oder auf kleineren Flächen. Die Motive sind Pflanzenteile, Bruchstücke, Strukturen, dazu auch kleine Lebewesen.
Mit ihren Bildern möchte die Nachwuchskünstlerin Yanxi Ding aus Geesthacht die Krise illustrieren, die beim Betrachten dieser vermeintlich schönen Natur allzu leicht vergessen wird.
Lange vor der Umweltbewegung der 1980er Jahre hat A. Paul Weber (1893-1980) in seinem zeichnerischen und lithografischen Werk oft satirisch vor der Vernichtung der Umwelt gewarnt. A. Paul Weber (1893-1980), Meister der satirischen Grafik, lebte bis zu seinem Tod im beschaulichen Groß-Schretstaken. Hier entwickelte er das Spektrum seiner Bilder weiter, erfasste menschliche Schwächen und Laster mit kritischem Blick in Darstellungen, die von grausig-grotesk bis ironisch und humorvoll reichten. Und während der Betrachtende eigene Erfahrungen erkennt und lachen möchte, schluckt dieser oftmals dieses Gefühl hinunter, erschrickt er doch bei dem nicht tadellosen Verhalten unserer Mitmenschen, das sich detailreich und mit spitzer Feder exakt abzeichnet. Unbequem, voller feiner Spitzen gegenüber menschlichem Tun, teils in in die große Welt der Tiere transferiert, erschreckend und klar – Weber gelang es wahrlich meisterhaft, seine Sicht in zeitlosen Grafiken darzustellen. Die hier gezeigten Bilder sind Leihgabe des A. Paul-Weber-Museums in Ratzeburg. Wir danken für die Überlassung für den Zeitraum der Ausstellung.
Das A. Paul-Weber-Museum befindet sich am Domhof 5 in Ratzeburg. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Homepage www.apaulwebermuseum.de
Foto: Antje Ladiges-Specht
