Das Pirschbachtal vor den Toren der Stadt Mölln

Beim Pirschbachtal handelt es sich um einen Talgrund, eine ehemalige Schmelzwasserzunge der Dritten Eiszeit mit einer Verbindung zum Stecknitztal – heute Elbe-Lübeck-Kanal – und dem Einhäuser-Fredeburger-Trockental bis zum Ratzeburger See. Die Länge des Talgrundes beträgt ca. 1,7 km und die größte Breite ca. 0,65 km.

Das wunderschöne Bild der gesamten Tallandschaft wird bestimmt durch einen flachen, langen, schmalen Talgrund, der von Osten nach Westen durch den ein Meter breiten Pirschbach durchflossen wird. Die vielen ufernahen, weitere einzelne und auch gruppenweise stehenden Bäume geben dem Auge Halt und vermitteln in der weit offenen Landschaft das Bild einer schönen und wohltuenden englischen Parklandschaft. Die herrlichen bewaldeten, bis zu 30 m hohen Hangkanten bereichern die Kulturlandschaft, die in Schleswig-Holstein kaum vermutet wird.
Auf Anregung der früheren Naturschutzbeauftragten der Stadt Mölln, Frau Inge Dittmer, ist im Auftrag des Kreises Herzogtum Lauenburg vom Amt für Ländliche Räume am 20. November 1995 das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren „Pirschbachtal“ eingeleitet worden. Dieses Flurbereinigungsverfahren steht in wenigen Monaten vor seinem Abschluss. Ziel des Verfahrens ist die naturschutzgerechte Landschaftsentwicklung der „Tallandschaft Pirschbachtal“ als Lebensraum artenreicher und naturraumtypischer Pflanzenbestände sowie Sicherung eines historischen Kulturlandschaftsteiles.

Nun soll das Pirschbachtal-Projekt dauerhaft gesichert und entsprechend der  gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. Deshalb haben die Stiftung Herzogtum Lauenburg als größter Grundeigentümer sowie der WWF Deutschland, der Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Landesverband Schleswig-Holstein (BUND) eine Gesellschaft gegründet, die diese Zielsetzungen verfolgen wird.

Die Gesellschafter und das Kuratorium im Pirschbachtal (Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg)

2012 haben von der Stiftung der Präsident Klaus Schlie, der Vizepräsident Wolfgang Engelmann, vom WWF der Leiter der Naturschutzstelle Nord Thomas Neumann, vom NABU der Landesvorsitzende Hermann Schultz und vom BUND die Bevollmächtigte Gabriele Stein einen entsprechenden Gesellschaftsvertrag unterzeichnet.
Die Stiftung Herzogtum Lauenburg übernimmt den Sitz und die Kosten für die Geschäftsführung der Gesellschaft, die partnerschaftlich aufgebaut ist.
Zur sachverständigen Begleitung der Gesellschaft wird ein Kuratorium gebildet, das aus neun Personen bestehen soll, die besondere Fachkenntnisse über die Inhalte des Projektes haben sollen. Dazu gehören neben Vertretern der Naturschutzverbände auch Wissenschaftler.

Ziel der Gesellschaft ist die Bewahrung und Entwicklung der Eigenart, Schönheit und Vielfalt der Tallandschaft Pirschbach und die Heranführung der Menschen an die Natur.
Das soll u.a. dadurch erreicht werden, dass örtliche Landwirte eine naturpflegende Beweidung mit Rindern durchführen, dass der Pirschbach wieder sein natürliches Bachbett entwickeln kann und die Schaffung eines Biotopverbundes vom Pirschbach bis hin zum Marienwohlder See gelingt. Weiterhin ist es Ziel der Gesellschaft, die Tallandschaft Pirschbach für die Umweltbildung und Forschung zu sichern.

Die beteiligten Gesellschafter zeigten sich überaus erfreut über die gefundene Lösung für dieses einmalige Naturrefugium. „Damit kann langfristig die naturschutzfachliche und landschaftspflegerische Weiterentwicklung der Tallandschaft Pirschbach als gesichert gelten“, erklärten die Beteiligten abschließend.

Blick auf das Pirschbachtal (Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg)

Informationstafeln

Eine Arbeitsgruppe hat sieben Tafeln zu unterschiedlichen Themen wie z.B Geologie oder Pflegekonzept entwickelt, die im Oktober 2015 im Gebiet aufgestellt wurden. Zudem wurde ein Flyer gedruckt, so dass die Wanderer und Spaziergänger diese Informationen auch mitnehmen können. Die Flyer befinden sich in Behältern an den beiden größten Schildern am Lankauer Weg und an der Alten Ziegelei.

Die Informationstafel am Lankauer Weg (Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg)

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